Freitag, 21. September 2018

Monika Maron: Ach Glück


Lesen mit Mira

Der erste Roman, den ich auf meinem E-Book-Reader gelesen habe. Ungewohnt...und ein Roman, bei dem Mira und ich uns intensiv ausgetauscht haben.

Worum geht es?
Johanna und Achim sind seit fast dreißig Jahren verheiratet. Sie schreibt über Bücher, er ist Germanist, Kleist-Experte, beide haben sich in der ehemaligen DDR dem System innerlich verweigert und der Triumph über deren Untergang

"sei das letzte große Gefühl gewesen, das sie beide miteinander geteilt hätten, behauptete Johanna."

Die Geschichte spielt einige Jahre nach dem Mauerfall, als sich Johanna entschließt die fast 90-jährige Natalia Timofejewna in Mexico City zu besuchen.
Sie kennt diese nur aus Briefen, seit sie in der Galerie des Russen Igor aushilft. Er erwartet von Natalia, einer russische Adlige, die auf Spurensuche nach einer früheren Künstlerin und Freundin in Mexico weilt, einen Geldbetrag für eine Künstler-Stiftung. Als sich diese Hoffnung zerschlägt, bleibt Johanna mit ihr in Kontakt.

"Sie war eine ungeübte Alleinreisende. Sie war noch nie allein geflogen, immer hatte Achim neben ihr gesessen (...)"

"Ich muss einer alten Dame helfen, sagte sie, was gelogen war. Natalia hatte mit keinem Wort zu verstehen gegeben, dass sie ihre Hilfe brauchte."

Wie kommt es, dass Johanna zum ersten Mal allein fliegt, ihr Leben auf den Kopf stellt und vertraute Wege verlässt?

"(...)eigentlich hat alles mit dem Hund angefangen."

Johanna findet einen Riesenschnauzer-Mischling an der Autobahnausfahrt Bredow, so nennt sie den Hund, den sie gegen den Willen ihres Mannes aufnimmt und jetzt -

"Johanna saß im Flugzeug nach Mexiko und er in einem Café bei Mohnkuchen und Milchkaffee. Für einen Monat, hat sie gesagt, vielleicht auch ein oder zwei Wochen länger Bis gestern Abend hatte er sich nicht vorstellen können, dass sie wirklich abfliegen würde, verschwinden auf unbestimmte Zeit."

Im Roman wechselt die personale Perspektive kapitelweise zwischen
Johanna, die im Flugzeug rückblickend reflektiert, warum sie auf dem Weg nach Mexico ist und

Achim, der während sie fliegt, in Berlin herumstreift und ebenfalls darüber nachdenkt, wie es dazu kommen konnte, dass sie ihn tatsächlich verlässt,

und - integriert in die "Johanna-Kapiteln" - den Briefe und Mails von Natalia, die Johanna zeigen, "dass es zu jeder Zeit Anfänge gibt".

"Es geht um Liebe." Eine Liebe, die der Hund ihr bedingungslos gibt. Jede*r, der selbst einen Hund hat, kennt dieses Gefühl, das der treue Blick unserer Vierbeiner auslösen kann - ach, Glück!

Ein Glück, die ihr Achim, "ein moderner Kentaur, halb Schreibtisch, halb Mann" nicht mehr geben kann?

Bewertung
Monika Maron beschreibt sehr einfühlsam, was landläufig als "Midlife-Crisis" bezeichnet wird.
Johanna hat sich mit ihrem Leben zufrieden gegeben,
"wenn die anhaltende Freudlosigkeit, die sich über ihren ehelichen Alltag seit einigen Jahre wie Mehltau gelegt hatte, sie auch bedrückte".
Hat es als Begleiterscheinung des Alters gesehen, bis sie nicht mehr wegsehen kann, bis das Auftauchen Igors, der sie wieder als Frau ansieht, und das des Hundes, der ihr bedingungslose Liebe schenkt, ihr die Augen öffnen.

Im Flugzeug sitzend spürt Johanna diesen subtilen Veränderungen nach, sucht nach Erklärungen, ebenso wie Achim, der jedoch weniger zu verstehen scheint, worum es geht.
Er hat einen klassischen Ausweg aus seiner Midlife-Crisis gewählt - eine Affäre mit einer Jüngeren. Letztlich eine alltägliche Geschichte, Mann betrügt Frau nach vielen gemeinsamen Jahren, in denen sich die Leidenschaft abnutzt, mit einer Jüngeren.
Dadurch verliert Achim erheblich an Sympathie, auch deshalb, weil er sein Verhalten im Gegensatz zu Johanna weniger hinterfragt. Meines Erachtens wäre der Betrug Achims nicht notwendig gewesen, um aufzuzeigen, wie schwierig die Liebe und das sexuelle Begehren mit zunehmenden Ehejahren werden kann.

"Sie wisse nur nicht, wie sie, nachdem er sie den ganzen Tag behandelt hätte wie irgendein Möbelstück, sich in der Nacht aus einem Möbelstück wieder in eine Frau verwandeln sollte." 

Ein sprachlich ansprechender Roman, der die Leser*innen einlädt, ihren eigenen Lebensweg zu reflektieren - klare Lese-Empfehlung!

Hier geht es zu Miras Rezension.


Mittwoch, 19. September 2018

Frank P. Meyer: Club der Romantiker

- ein spannender und witziger Krimi.

Frank P. Meyer hat in der letzten Woche seinen neuen Roman in der Bücherhütte in Wadern vorgestellt. Druckfrisch durfte ich sein neues Werk mit nach Hause nehmen und habe es mit Begeisterung gelesen.

Während in seinen bisher veröffentlichten Erzählungen und Romanen der Handlungsschauplatz meistens das beschauliche Dorf Primstal ist, verlässt er in seinem neuen Werk die saarländische, ländliche Idylle und schickt seinen Protagonisten nach Oxford - zum Studium und 24 Jahre später zu einem Ehemaligen-Treffen.

Worum geht es?

"Natürlich wird er zur Beerdigung gehen, immerhin war er es gewesen, der sie erschossen hatte. Die Beerdigung ist der eigentliche Grund. Nur wegen des Ehemaligentreffens würde er nicht nach Oxford fahren. Seit 24 Jahren hat er es vermieden, dorthin zurückzukehren. Jetzt will er doch hin, um endlich mit dem Unglück abschließen zu können, das ihm damals widerfuhr." (9)

Gleich zu Beginn werden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass die Hauptfigur, Peter Becker aus Primstal, während seines Studienjahres in Oxford Laureen Mills erschossen hat. Inzwischen ist er Dorfschullehrer in Wales, in 2.Ehe verheiratet und Vater zweier Kinder. Nach 24 Jahren taucht nun die Leiche von Laureen Mills auf, die als verschwunden galt.

Im Rückblick, der aus der Ich-Perspektive Peters erzählt wird, erfahren wir zunächst von dessen Ankunft in Oxford im Jesus-College. Das "Land-Ei" sieht sich plötzlich in eine andere Welt versetzt, in der es sich erst zurechtfinden muss.
Hilfe erhält er dabei vom Russen Sergej, der auch im Staircase XX wohnt, einem Genie in "Theorrrätische Physiieek (30)", mit dem er gemeinsam einmal wöchentlich unter Zufuhr von Wodka ein "Heilsaufen" veranstaltet, um das Heimweh zu ertränken.
Oder von Alex, dem exzentrischen homosexuellen Studenten mit einem Faible für die Kellner im Restaurant gegenüber, auf deren Ankleideraum man von Peters Zimmer einen hervorragenden Blick werfen kann.
Im Stockwerk über ihm wohnt Branwen, auch Brandy genannt, mit ihr verbindet ihn die Tatsache, dass sie
"genauso wenig englisch [ist wie er]. Kapiert? Ich bin Waliserin. Und Europäerin." (31)

Ed lernt er auf dem Freshers´ Flair kennen, das ist
"eine Art Messe der studentischen Clubs und Vereine, ein Markt der Möglichkeiten für die Frischlinge." (44)

Dort wird er auf den Club der Romantiker aufmerksam, in den er eintritt, weil er von der liebreizenden Louise Buckwood dazu aufgefordert wird und weil Rudern als Sportart nicht das ist, was er erwartet hat.

Umso mehr kann er den Stocherkähnen, den Punts etwas abgewinnen
- "eine wichtige Oxforder Schlüsselqualifikation [...] Louise zum Beispiel liebte es, auf dem Cherwell gepuntet zu werden." (42)

Beim ersten Clubtreffen fordert der Vorsitzende Gareth De´Ath, Gaz genannt, Peter auf, ein Originaldokument Percey Shelleys zu beschaffen, der in Oxford ebenfalls studiert hat. Das ist die Voraussetzung für die Aufnahme in den erlesenen Zirkel der Liebhaber romantischer Literatur.
Und da kommt die Bibliothekarin Laureen Mills ins Spiel...

Ein Vierteljahrhundert später ermittelt die Polizei im alten Fall Laureen Mills.

"Niemand erwartet von Detective Chief Inspector Osmer ernsthaft, dass er diesen Fall löst, und er selbst hat auch nicht vor, sich länger mit diesen alten Knochen zu befassen." (22)

Die Handlung wechselt kontinuierlich zwischen der personalen Perspektive des Detective Osmer, der die Ermittlungen leitet, der seiner ehemaligen Kommilitonen sowie den Rückblicken aus der Ich-Perspektive Peters, der offenkundig "zur falschen Zeit am falschen Ort" (25) (gewesen) ist.

Daher bemühen sich die ehemaligen Studienfreunde und Club-Mitglieder Peter in Oxford zu "kontrollieren", damit das Verbrechen unaufgeklärt bleibt.

Die spannende Frage, die sich beim Lesen stellt, ist, wie dieser unschuldige, sympathische junge Mann, der beim "Heilsaufen" witzige Geschichten aus Primstal zum Besten gibt, einen Mord begehen konnte. So viel sei verraten, die Handlung wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf - die ein oder andere Figur erscheint plötzlich in einem anderen Licht.


Bewertung
Ein witziger Kriminalroman, in dem der Fokus darauf liegt, wie der Mord geschehen konnte und wie sich der Fall 24 Jahre später darstellt. Müssen die Erinnerungen umgeschrieben werden?
Die sympathischen, teilweise skurrilen Figuren, wie Detective Osmer, der "No Osmer" genannt wird, weil er - außer bei schönen Frauen - immer "Nein" sagt, wachsen einem ans Herz und viele Szenen laden zum Lachen ein - umso mehr, wenn Frank P. Meyer sie selbst vorliest.
Die unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen erfordern wie der letztlich doch recht komplizierte Tathergang Aufmerksamkeit beim Lesen, genau so sollte ein guter Krimi sein.
Und nebenbei werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des studentischen Oxford, das arrogant auf Cambridge schaut und sich in seinem wissenschaftlichen Glanz sonnt. Ob alles Gold ist?

Eine klare Lese-Empfehlung!

Buchdaten
Conte-Verlag, 422 Seiten
September, 2018







Mittwoch, 12. September 2018

Paul Auster: Stadt aus Glas

- (k)eine Detektivgeschichte ?

Im Rahmen einer kleinen Leserunde auf whatchaReadin haben wir gemeinsam Paul Austers Erstling, "Stadt aus Glas", eine von drei Erzählungen der New-York-Trilogie, 1986 erschienen, gelesen. Die Geschichte ist sehr verwirrend und im Bemühen einen Sinn in die Handlung zu interpretieren, sind wir gescheitert. Trotzdem ist die Erzählung gut zu lesen. In ausdrucksstarker und präziser Sprache verfasst, wähnt man sich in einem realen Geschehen, doch am Ende bleiben viele Fragen offen.

Worum geht es?

"Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen Ende fragte nach jemandem, der er nicht war. Viel später, als er in der Lage war, darüber nachzudenken, was mit ihm geschah, sollte er zu dem Schluß kommen, nichts ist wirklich außer dem Zufall. Aber das war viel später." (9)

Bereits die ersten Sätze deuten darauf hin, dass der Erzähler die Geschichte rückblickend wiedergibt und das Geschehene reflektiert hat. Die Aussage, nicht sei "wirklich außer dem Zufall" spiegelt gleichzeitig das Motto dieser Erzählung wider. Wie uns der Erzähler gleich zu Beginn mit auf den Weg gibt:
"Das Problem ist die Geschichte selbst, und ob sie etwas bedeutet oder nicht, muß die Geschichte nicht sagen." (9)

Wir werden also gewarnt!

Der Protagonist der Erzählung ist Daniel Quinn, dessen Sohn und Frau gestorben sind, ein Trauma, dem er zu entfliehen sucht, in dem unter dem Pseudonym William Wilson Detektivromane verfasst und das Gehen im Labyrinth New Yorks liebt, wobei er das Gefühl hat, "in sich selbst verloren zu sein". (10)
Zudem sieht er sich gern Baseballspiele an, eine Sportart, die Auster zu mögen scheint, denn auch in seinem Roman 4321 nimmt sie großen Raum ein.
Der Held seiner Romane ist der Privatdetektiv Max Work, der für ihn greifbarer als sein abstraktes Pseudonym ist.

"In der Dreiheit von Personen, die Quinn geworden war, diente Wilson als eine Art Bauchredner, Quinn selbst war die Puppe, und Work war die belebte Stimme, die dem Unternehmen Sinn und Zweck verlieh." (12)

Eine Aufspaltung der Identität, die noch weiter getrieben wird, da der nächtliche Anrufer den Privatdetektiv (!) "Paul Auster" verlangt. Zunächst wimmelt Quinn ihn ab, dann nimmt er die fremde Identität und den Auftrag an.
Er soll Peter Stillman vor dessen Vater beschützen, einem Harvard-Absolventen für Theologie und Philosophie und renommierten Professor, der seinen Sohn im Alter von zwei Jahren in einen dunklen Raum gesperrt hat, nachdem dessen Mutter gestorben ist. Neun Jahre hielt er ihn dort fest - ein Experiment, so dass aus Peter eine Art Kaspar Hauser geworden ist, der aber inzwischen verheiratet ist. Seine Frau Virginia ist auch diejenige, die Auster alias Quinn engagiert, denn Peters Vater soll nach langjähriger Haft entlassen werden und hegt angeblich Mordpläne gegenüber seinem Sohn. Quinn soll ihn daher beschatten. Die Möglichkeit Peter vor seinem Vater zu beschützen, sieht er als Möglichkeit, den Tod seines eigenen Sohnes zu "verarbeiten".

Als Vorbereitung kauft er sich ein rotes Notizbuch, in die er seine bisherigen Erkenntnisse niederschreibt und er liest Stillmans philosophische Schrift: "Der Garten und der Turm: Frühe Visionen der Neuen Welt" (54).
Stillman fasst darin die Thesen eines fiktiven Henry Dark zusammen, der die Geschichte von Babel als prophetisches Werk gelesen hat.

"War es, wenn der Fall des Menschen auch einen Fall der Sprache mit sich brachte, nicht logisch anzunehmen, daß es möglich wäre, den Fall ungeschehen zu machen und seine Wirkungen umzukehren, wenn man den Fall der Sprache rückgänging machte, indem man danach trachtete, die Sprache neu zu schaffen, die im Garten Eden gesprochen wurde?" (61)

Ist es das, was Stillman an seinem Sohn ausprobieren will? Eine neue, reine Sprache, die er in der Isolation zu sprechen lernen soll? So ließen sich die Schläge erklären, die er erhält, wenn er bereits gelernte Worte ausspricht.

Als Quinn am nächsten Morgen am Bahnhof steht, um Stillman zu beschatten, steht er vor dem Problem, dass er zwei identischen Stillmans sieht - die multiplen Identitäten setzen sich fort - er selbst geht völlig in der Rolle des Paul Austers auf. Er folgt jenem, der gescheitert aussieht, so wie jemand, der aus der Haft entlassen wird.

Nachdem er ihm mehrere Tage folgt, stellt er fest, dass auch Stillman ein rotes Notizbuch hat, in das er aufschreibt, was er auf seinem Weg findet. Das alles erscheint Auster alias Quinn sinnlos, daher kommt er auf die Idee sich Stillmans Weg durch New York aufzuzeichnen und glaubt zu erkennen, dass dieser einem Muster folgt:


Zusammen genommen ergeben sich die Worte: The Tower of Babel. Wie hängt das alles zusammen?

Quinn beschließt den alten Mann anzusprechen, indem er sich jeden Tag mit einer anderen Identität vorstellt. Sehr interessant ist das Gespräch über die Bezeichnung von Gegenständen.

"Die meisten Menschen achten auf so etwas nicht. Sie halten Wörter für Steine, große unbewegliche Gegenstände ohne Leben, Monaden, die sich nie verändern." (93)

Ist ein Schirm noch ein Schirm, wenn er seine Funktion eingebüßt hat? Stillman sucht nach einer neuen Sprache, nach Wörtern, die der Welt entsprechen. Dazu sammelt er Dinge und gibt ihnen Namen. Sein Ziel:

"Herren über die Wörter werden, die wir sprechen, die Sprache unseren Bedürfnissen anpassen." (101)

Gedanken, die Humpty Dumpty in "Alice hinter den Spiegeln" äußert - Sprachphilosophie.

Im letzten Gespräch gibt sich Quinn für Stillmans Sohn aus, der die Lektionen seines Vaters angeblich gelernt habe - danach verschwindet der alte Stillman.

Noch skurriler wird die Geschichte dadurch, dass Quinn den echten Paul Auster ausfindig macht und ihn besucht - der Autor tauchst selbst in seiner Erzählung auf - allerdings darf man Realität und Fiktion nicht verwechseln:

Auster selbst hat gemeinsam mit seiner 1.Frau einen Sohn namens Daniel, mit dem er lange Jahre wenig Kontakt hatte. Im Roman taucht jedoch seine 2.Frau Siri auf, mit der eine gemeinsame Tochter hat, und die ihm das Leben gerettet habe, wie er in einem Interview bekennt.

So lässt sich die Geschichte "Stadt aus Glas" auch autobiographisch deuten. Für Auster schienen seine Frau und sein Sohn "gestorben", die Trauer und Verzweiflung Quinns spiegeln seine eigene wider - ebenso wie die Suche nach einer neuen Identität und der Versuch einen Sinn im Lebens zu finden.

In der Erzählung scheitern die Leser*innen daran, einen Sinn hinter all dem zu erkennen. Am Ende ist Quinn verschwunden, wie uns der Erzähler, ein Freund Austers, mitteilt. Auster selbst hat Quinn gesucht, vergeblich. Nur das rote Notizbuch findet er gemeinsam mit seinem Freund, daraus entsteht die Erzählung...

Etwas ratlos bleibt man als Leser*in zurück, denn die Detektivgeschichte bleibt offen, es gibt keinen Fall mehr, die Protagonisten sind alle verschwunden. Was bleibt sind interessante Fragen zur Sprachphilosophie, das Spiel mit verschachtelten Identitäten und das Ausloten der Grenze zwischen Fiktion und Realität.

Für mich ein literarisches Experiment, das sich trotz der "Sinnlosigkeit" gut lesen lässt.

Donnerstag, 6. September 2018

Mick Herron: Slow Horses

- spannender, britischer "Agenten"-Thriller.

Leserunde auf whatchaReadin

"Und so kam River Cartwright von der Überholspur ab und geriet zu den Slow Horses." (9)

Der erste Satz des Kriminalromans klingt zunächst wenig vielversprechend:  Ein Agent, der die Karriereleiter abwärts fällt und zu den langsamen Pferden kommt, nachdem er einen wichtigen Einsatz katastrophal vermasselt, weil er die falsche Zielperson verfolgt hat...

Im ersten Teil - Slough House - wird zunächst sehr ausführlich das Gebäude beschrieben, in dem River zukünftig arbeiten darf - ein

"Drecksloch, ein Ort von Gelb- und Grautönen, wo einst alles schwarz und weiß war." (31)

Nur die Tatsache, dass sein Großvater ein bedeutender Agent des Secret Service gewesen ist, rettet ihn vor dem endgültigen Rauswurf.

Sein neuer Chef ist Jackson Lamb - dessen Vergehen, also der Grund, warum er zu den Slow Horses verbannt wurde, erst am Ende offenbart wird - erinnert River an Peter Pettigrew -Wurmschwanz aus Harry Potter- nicht gerade ein Gewinner-Typ.

Wie Loser erscheint auch der Rest der jämmerlichen Truppe,

"niemand [kehrt] von ihnen zurück nach Regent´s Park, denn sie alle hatten dort Geschichte geschrieben, Schmutzflecken in den Annalen des Secret Service hinterlassen", wie

- Catherine Standish, die ehemalige "Moneypenny" des Secret Service Chefs, trockene Alkoholikerin,
- Min Harper, der einen wichtigen Datenträger in der U-Bahn hat liegen lassen,
- Louisa Guy, die eine Zielperson aus den Augen verloren hat,
- Roderick Ho, Computer-Genie, der nicht weiß, warum er abgeschoben wurde,
- Jed Moody, der unbedingt zurück will - zu den Dogs:

" Slough House bedeutet nicht, dass du drin bist, Jed. Regent´s Park ist der Nabel der Welt. Die Dogs  - na ja, du weißt schon. Wir patrouillieren durch die Korridore und schnüffeln, an wem wir wollen. Wir gehen sicher, dass alle das tun, was sie tun sollen, und niemand aus der Reihe tanzt. Falls doch beißen wir zu. Deswegen nennt man uns Dogs." (106)

Ausnahme ist Sidonie Baker, eine hübsche, sympathische junge Frau, von der niemand weiß, warum sie bei den Slow Horses ist.

Rivers erster Auftrag besteht darin, den Müll des Journalisten Robert Hobden zu durchforsten. Einst  war er ein Star, wegen rechtsradikaler Gesinnung ist er ebenfalls aufs Abstellgleis geraten.
Während sich River mit Abfällen zufrieden geben muss, darf seine hübsche Kollegen Hobden beschatten, entwendet ihm seinen USB-Stick, der zum Regent´s Park, also zum MI 5 gebracht werden soll.
Seit wann führen die Slow Horses, die statistische Daten auswerten und in langweiliger Ermittlungsarbeit gefangen sind, echte Einsätze durch? Und dann muss River ausgerechnet zu James Webb, Spider genannt, den er für seinen katastrophalen Einsatz verantwortlich macht, um ihm Hobdens Daten zu überbringen.
Am Ende des ersten Teils wird ein jungen Mann entführt, der gerade auf dem Nachhauseweg ist, und in ein Kellerloch gesperrt. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Und welche Rolle wird den Slow Horses dabei zuteil?

Bewertung
Direkt zu Beginn hat mich der Autor für sich eingenommen, als er den katastrophalen Einsatz von Cartwrights auf dem Bahnhof King´s Cross schildert und auf Bahnsteig 9 3/4 hinweist, an dem der Hogwarts Express abfährt. Harry Potter ist Allgemeingut geworden ;)

Der Roman startet furios mit dem verpatzten Einsatz Rivers, um dann ganz gemächlich den zukünftigen Arbeitsplatz des Gefallenen zu beschreiben. Nacheinander werden uns die einstigen Agenten und ihre Vergehen vorgestellt, so dass man zunächst die wichtigsten Figuren kennenlernt. Im Lauf der Handlung nimmt dieser äußerst spannende Agententhriller rasant an Fahrt auf. Nach der Entführung des jungen Mannes gilt es herauszufinden, wer dahinter steckt. Spekulationen über Täter und Anstifter führen dazu, dass ich ab dem 2.Teil den Krimi nicht mehr aus der Hand legen wollte. Aufgrund der Andeutungen und immer neuer Wendungen hat man kaum noch Zeit durchzuatmen - umso schöner, dass es ein ruhiges Ende gibt, das einen Bogen zum Anfang schlägt - eine Rahmenhandlung, in der deutlich wird, was sich in Slough House verändert hat.
Die politische Dimension des Thrillers und die Skrupellosigkeit der Handelnden wirken sehr authentisch - man hat das Gefühl, genauso läuft das. Was für den glaubwürdigen Erzähler spricht, der zudem mit ironischen Kommentaren und britischem Humor überzeugt.

Spannende Unterhaltung, klare Lese-Empfehlung!

Vielen Dank dem Diogenes-Verlag für das Leseexemplar.

Mittwoch, 29. August 2018

Matt Haig: Wie man die Zeit anhält

- und Sinn im Leben findet.

Lesen mit Mira
"Die erste Regel lautet, du darfst nicht lieben", sagte er. "Es gibt noch andere Regeln, aber das ist die wichtigste. Du darfst dich niemals verlieben. Niemals lieben. Niemals von der Liebe träumen. - Solange Sie sich daran halten, kommen Sie durch." (7)

Welch grauenhafte Vorstellung, zu leben ohne lieben zu dürfen. Doch Tom Hazard, Geschichtslehrer in London, soll sich an diese Regel halten, um am Leben zu bleiben. Obwohl er aussieht, als sei er 40 Jahre alt, ist er 439, geboren am 3.März 1581 in einem französischen Chateau. Er leidet unter Anagerie:

"verschiedene Aspekte des natürlichen Alterungsprozesses - die molekulare Degeneration, die Zellvernetzung im Gewebe, Mutationen auf Zell- und Molekularebene" (12) laufen verlangsamt ab. Dazu kommt ein besonders intaktes Immunsystem, das vor den meisten Krankheiten schützt. Hört sich perfekt an.

Doch Tom Hazard, der aus seiner Ich-Perspektive die Geschichte an ein "Du" gerichtet erzählt, empfindet sein Leben als Belastung. Denn die "Eintagsfliegen", die normal Alternden, werden misstrauisch, wenn die "Albatrosse", wie sich die Langlebigen selbst nennen, nicht altern. Fast dreihundert Jahre hat sich Tom alleine durchgeschlagen, immer wieder den Lebensmittelpunkt verändert, tiefe Depressionen durchlaufen - nur die Suche nach seiner Tochter, die auch nicht altert, hält ihn am Leben.

"Oft verlor ich bei meiner Suche alle Hoffnung. Ich suchte nicht nur nach einem vermissten Menschen, sondern auch nach dem anderen, das mir abhandengekommen war - Sinn. Bedeutung. Mir kam der Gedanke, dass die Menschen deswegen nicht älter als hundert wurden, weil sie es einfach nicht länger aushielten. Seelisch, meine ich. Irgendwann ging einem schlicht die Puste aus. Da war nicht genug Ich, um weiterzumachen." (43)

Eine feste Konstante in seinem Leben ist die Musik, im 16.Jahrhundert spielte er in London auf dem Markt Laute, in den 20er Jahren in Paris Klavier.

Sein Leben bessert sich scheinbar, als er von der Albatros-Gesellschaft rekrutiert wird, die Menschen wie ihn schützt. Hendrich, der Kopf dieser Gesellschaft, ist selbst 700 Jahre alt und ermöglicht ihm alle acht Jahre ein neues Leben - unter der Prämisse einen Auftrag zu erledigen und - sich niemals zu verlieben.

"Ich habe nur einmal im Leben wirklich geliebt. Ich schätze, das macht mich irgendwie zum Romantiker." (32)

Das war er im Jahre 1599, seine große Liebe Rose, eine Obstverkäuferin, hat Tom in London kennen gelernt. Aus Frankreich musste er mit seiner Mutter fliehen, da sie als Hugenotten verfolgt wurden. Erst in der Pubertät hörte Tom auf zu altern - mit Folgen für seine Mutter.

In der Gegenwart lebt er wieder in London, als Geschichtslehrer - der perfekte Beruf - hat er doch selbst Größen der Geschichte erlebt, wie Shakespeare, Charly Chaplin, Scott Fitzgerald, Captain Cook, den er auf seinen Forschungsreisen begleitet hat.

Zum Lehrerkollegium gehört die Französischlehrerin Camille, die ihn wiedererkennt, woher weiß sie jedoch nicht. Damit bringt sie sich selbst in Gefahr, denn die Albatros-Gesellschaft hütet ihr Geheimnis - um jeden Preis - aus Angst ein Spielball der Wissenschaften zu werden.

Für Tom eine prekäre Situation - in zweifacher Hinsicht, denn Camille gefällt ihm und er mag sie. Was soll er tun?

Bewertung
Die Idee, die dem Roman zugrunde liegt, mag nicht neu sein, hat mich beim Lesen aber sofort in ihren Bann gezogen. Würde man so langsam alt werden, wie viel Zeit hätte man, um all die Bücher zu lesen, die man immer schon mal lesen wollte, wie Mira so schön formuliert hat.
Aber ohne feste Bindungen und Liebe zu leben - ohne Freunde, immer wieder neu zu beginnen - das schmälert den Reiz ein Zeitzeuge zu sein und jahrhundertelang zu leben. So wirft der Roman, neben der spannenden und unterhaltsamen Lebens- und auch Liebesgeschichte, die er erzählt, durchaus existentielle Fragen auf, ohne sich in philosophischen Diskursen zu ergehen. Es bleibt ein Unterhaltungsroman, dessen Ende vorhersehbar ist und der die Leser*innen mit einem guten Gefühl entlässt und uns beiden gut gefallen hat.

Hier geht es zu Miras Rezension.

Samstag, 25. August 2018

Howard Jacobson: Shylock

- Adaption von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig"

Leserunde auf whatchaReadin - Kurzrezension

Vor vielen Jahren habe ich Shakespeares Stück auf der Bühne gesehen und mir vor der Leserunde die Zusammenfassung durchgelesen - trotzdem wäre es sinnvoll gewesen das Original vor der Adaption zu lesen. Meines Erachtens ist die Lesefreude unter dieser Voraussetzung größer - man kann Bezüge her-, Vergleiche an- und den Original-Shylock dem der Neufassung gegenüber-stellen. Die Geschichte allein - ohne dass man den Bezug zum Drama hat - trägt aus meiner Sicht zu wenig, um einen Lesefluss aufrecht zu erhalten. Die Diskussionen in der Leserunde haben zumindest ein besseres Verständnis ermöglicht.

Worum geht es?
"Der Raum zwischen Himmel und Erde ist kaum mehr als ein Briefkastenschlitz zusammengequetschten Lichts, der Himmel selbst abgrundtief banal. Eine Bühne, die für keine Tragödie taugt, selbst hier nicht, wo die Toten ruhen." (9)

Der Beginn verweist darauf, dass die erzählte Geschichte eigentlich gar nicht für eine Tragödie taugt, selbst der Himmel wirkt banal. Was erwartet uns? Sollen wir das alles nicht so ernst nehmen?

Zwei Männer befinden sich auf dem Friedhof - Shylock, der aus dem Shakespeare-Stück, ein alter Geist (?), was letztlich nicht aufgeklärt wird. Jener Shylock hält Zwiegespräche mit seiner verstorbenen Frau Leah, während ein moderner Shylock - der reiche Kunsthändler Simon Strulovitch, das Grab seiner Mutter besucht,

"er ist ein reicher, aufbrausender, leicht zu kränkender, schnell zu begeisternder und ebenso schnell ernüchterter Philantrop mit einer angesehenen Sammlung anglo-jüdischer Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts und alter Bibeln, mit einer Leidenschaft für Shakespeare (!)" (9).

Strulovitch nimmt Shylock mit zu sich nach Hause und zwischen den beiden kommt es zu Dialogen über den jüdischen Glauben, über die Vorurteile gegenüber den Juden und über deren Selbstverständnis. Strulovitch vertritt den weltlichen Juden, der trotz allem der Tradition verhaftet ist und nicht möchte, dass seine Tochter einen Christen heiratet, während Shylock den gläubigen Juden repräsentiert.

"Etwas zu befolgen ist weniger neurotisch, als es auf keinen Fall zu tun. Ihr weltlichen Juden seid pedantischer darauf bedacht, dem Gesetz nicht zu folgen, als der gläubige Jude sein Leben danach ausrichtet." (100)

Die philosophischen Gespräche der beiden bilden eine feste Konstante im Roman, während sich die Geschichte zu wiederholen scheint. Denn Strulovitchs Tochter Beatrice hat sich in den Fußballer Gratan Howsome verliebt, der den Ansprüchen ihres Vaters nicht genügt.
Gleichzeitig will der Melancholiker D´Anton (=Antonio) ein Gemälde von Strulovitch erwerben, weil er die Werbung Barneys gegenüber der reichen Erbin "Plurabelle Cleopatra Eine-Schönheit-ist-eine-ewige-Freude Christine" (27) unterstützt. Jener Barney, ein Mechaniker, begeistert sich für Plurys VW Käfer und lässt ihren Porsche Carrera links liegen, eine Anspielung an die drei Kästchen aus Gold, Silber und Blei.
Plury hingegen ist eine Freundin von D´Anton, der wiederum Gratans Werbung für Beatrice unterstützt und den Kunstsammler Strulovitch nicht leiden kann.
Natürlich fordert auch Strulovitch eine entsprechende Gegenleistung von D´Anton, wenn auch kein Pfund Fleisch.

Bewertung
Die Figuren des Romans sind abgesehen von Strulovitch und Shylock stark überzeichnet und wirken skurril, wie die Handlung auch. "Irrwitzig", wie es auf dem Button auf dem Cover heißt, trifft es ganz gut. Interessant fand ich die Diskurse über das Jüdisch-Sein, die die beiden führen und die nachdenklich stimmen.

"Nachdem uns so viele Jahre erzählt wurde, wie uns die Gojim (= Nichtjuden) sehen, ist es kaum eine Überraschung, dass wir uns an Ende selbst so sehen. So funktionieren Verunglimpfungen. Das Opfer übernimmt den Blick seines Peinigers. Wenn ich für ihn so aussehe, muss ich so sein." (77)

Gleichzeitig erörtern die beiden Figuren Shylocks Rolle und sein Verhalten im Drama "Der Kaufmann von Venedig" und liefern dadurch eine mögliche Interpretation der Figur Shylocks.

Dass im Roman von DEN Juden und DEN Christen gesprochen wird, deckt auf, wie sehr wir in Stereotypen denken und soll diese entlarven. So habe ich es zumindest verstanden, dass der Autor, selbst Jude, mit diesen Vorurteilen aufräumen will. Keine leichte Kost - eher eine Herausforderung.

Vielen Dank an Knaus-Verlag für das Lese-Exemplar.

Mittwoch, 22. August 2018

Carol Rifka Brunt: Sag den Wölfen, ich bin zuhause

- ein Plädoyer für Toleranz.

Kurzrezension
Die 14-jährige June Albus, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird, hat ein besonderes Verhältnis zu ihrem Onkel Finn, ihrem Paten und einem Künstler, der in New York lebt, jedoch keine Bilder mehr veröffentlicht.
Da Finn an Aids erkrankt ist, möchte er ein letztes Porträt von June und ihrer 16-jährigen Schwester Greta malen. Die Geschwister, die einst beste Freundinnen waren, haben sich auseinander gelebt. Während Greta eine Art "Superstar" ist, da sie eine Klasse übersprungen hat, in einem Musical die Hauptrolle singt, hübsch, intelligent und beliebt ist, fühlt sich June ihr unterlegen. Sie streift nach der Schule am liebsten im Wald herum, in einem mittelalterlichen Aufzug und hört den "Wölfen" zu. Sie ist eine Träumerin, die sich in eine Fantasiewelt flüchtet und am liebsten Zeit mit ihrem Onkel verbringt.


Als dieser stirbt, vermacht er ihnen das Porträt "Sag den Wölfen, ich bin zuhause" und lässt June todtraurig zurück. Auf der Beerdigung taucht ein junger Mann auf, über den Junes Mutter sagt, er habe Finn getötet.

Toby bemüht sich Kontakt zu June aufzunehmen, da er Finn genau so geliebt habe wie sie. Zunächst weigert sich June, ihn zu treffen, doch dann wagt sie den Schritt, den Menschen kennen zu lernen, den Finn geliebt hat und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft zwischen den beiden.
Neben dieser Beziehung steht auch die der beiden Schwestern im Mittelpunkt, die von Eifersucht, aber auch von Sehnsucht zueinander geprägt ist.

Bewertung

Die Geschichte spielt in den 80er Jahren, als die Krankheit Aids gerade erst ins Bewusstsein rückte und viele dachten, es sei die gerechte Strafe für Homosexualität. Diesem Gedanken tritt der Roman entschieden entgegen, indem die Liebe zwischen Finn und Toby sehr sensibel geschildert wird und es keinen Unterschied macht, ob man hetero- oder homosexuell "liebt".
June sieht in Toby konsequenterweise einen Konkurrenten, einen jungen Mann, der ihren Onkel ebenso sehr geliebt hat wie sie selbst.
Die sympathische Identifikationsfigur sensibilisiert Jugendliche für das Thema Aids, gleichzeitig geht es um erste Liebe, Eifersucht und Konkurrenz unter Geschwistern. Gretas Kratzbürstigkeit gegenüber June resultiert letztlich daraus, dass sie sich in der besonderen Beziehung zwischen June und Finn ausgeschlossen fühlt. Das Porträt als Chance sie zusammenzuführen?
Finn hat seine eigene Beziehung zu seiner Schwester, Junes Mutter vor Augen, die an seiner Homosexualität und seinem Drang nach Freiheit gescheitert ist. Hat sie deswegen so große Erwartungen an Greta? Soll diese ihre ungelebten Chancen verwirklichen?
Ein Jugendroman, in dem es ums Erwachsenwerden geht, darum seinen Weg im Leben zu finden und eigene Entscheidungen zu treffen, mit dem für Jugendliche typischen Pathos und ihrer Absolutheit - das Differenzieren muss noch warten ;)

Ein schönes Hörbuch für zwischendurch, das mir auch als Erwachsenen gut gefallen hat - vielleicht auch, weil meine Tochter das Alter der Protagonistin hat ;)

Hörbuch, 13 Stunden und 17 Minuten
Sprecherin: Jodie Ahlborn