Donnerstag, 5. November 2015

Marc Michel-Amadry: Zwei Zebras in New York

Ein bewegender Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

Inhalt: Im Gazastreifen gibt es im Zoo der Freude eine neue Attraktion - zwei Zebras, die wiehern wie Esel. Was sie in Wirklichkeit auch sind - Esel mit weißen Streifen. Der Zoodirektor Mahmoud wollte den Kindern des Gazastreifens etwas Freude und Hoffnung schenken - daher die verrückte Idee.

Ein Journalist, der lange von verschiedenen Kriegsschauplätzen berichtet hat und sich in einer Lebenskrise befindet, wird von dieser außergewöhnlichen Idee inspiriert und freundet sich mit Mahoumad an. Er lädt ihn ein mit nach New York zu kommen, um Geldgeber für seinen Zoo zu finden. Trotz der Vorbehalte gegenüber der Amerikaner lässt sich Mahoumad darauf ein und sammelt positive Erfahrungen in den USA.
Neben dieser Geschichte spielen auch noch der Unternehmensberater Mathieu, der vom Zeitungsbericht über die beiden Zebras inspiriert wird, ein Buch zu schreiben (!), sowie die Künstlerin Mila eine Rolle, die mit der Geschichte der beiden Zebras auf verschlungene Art und Weise verwoben sind.

Bewertung:
Der Roman verknüpft auf interessante Art und Weise die Liebesgeschichte der beiden Künstler mit der verrückten Geschichte der beiden vermeintlichen Zebras. Daneben wird auch der künstlerische Schaffensprozess selbst thematisiert, wenn beschrieben wird, wie Mila nach einer langen Pause ein neues Bild kreiiert. Der Autor selbst äußert sich in einem Interview, dass die Romanfigur Mathieu autobiographische Züge zeigt, da auch er inspiriert von Zeitungsausschnitten Ideen für seine Romane erhält.
Vor allem aber zeigt der Roman, wie die Idee die Esel als Zebras zu "verkleiden", den Kindern Freude schenken will und James neuen Lebensmut gibt, so dass er wieder in der Lage ist, eine neue Liebe zu finden.

Ein kleiner, aber feiner Roman, der absolut liebens- und lesenswert ist.

Buchdaten:


Originaltitel: Deux zèbres sur la 30e Rue

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