Dienstag, 29. Dezember 2015

Meine Lieblingsromane 2015

- ein (Halb-) Jahresrückblick

Als ich mich Ende Juli entschieden habe, meiner Leidenschaft, Bücher zu lesen und darüber zu reden bzw. zu schreiben, in einem Buchblog Ausdruck zu verleihen, war mir nicht bewusst, wie viel Spaß es macht, Rezensionen zu schreiben, die Rezensionen anderer BuchbloggerInnen zu lesen und sich über das Gelesene auszutauschen.
Ich lese die Romane seither viel bewusster und - ich lese viel mehr als noch vor einem Jahr. Das hängt auch mit den vielen guten Besprechungen und Tipps der anderen zusammen, die ich gerne verfolge. So wächst mein Stapel an ungelesenen Büchern kontinuierlich an - aber ist es doch schön, dass es immer wieder gute Literatur zu entdecken gibt.

Für den Überblick des letzten halben Jahres habe ich mich entschiedenen, jeweils den für mich besten Roman des jeweiligen Genres auszuwählen - obwohl die Kategorisierungen ja nicht immer eindeutig sind.
Egal - ich habe es versucht und das ist meine Auswahl:

Fantasyroman: Cristin Terrill: Zeitsplitter


Wer Romane mag, die sich mit dem Paradoxon von Zeitreisen auseinandersetzen, wird das Buch lieben. Es ist aber auch ein Entwicklungsroman und eine Liebesgeschichte und zuletzt eine gesellschaftskritische Dystopie. Insgesamt ein absolut lesenswerter Roman, der mich in den Bann gezogen hat und mich bis zur letzten Seite mit der Protagonistin hat mitfiebern lassen.

Dystopie: Dave Eggers: Der Circle
Ein Roman, der mich wegen seiner Aktualität und der Entwicklungen, dass große Internetkonzerne die "Macht" über das Netz übernehmen wollen, unglaublich bewegt hat. Absolut lesenswert, da die aufgezeigte Dystopie so dicht an unserer Realität ist.


Jugendroman: Tamara Bach: Was vom Sommer übrig bleibt
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive der 17-jährigen Louise und der 13-jährigen Jana erzählt, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie in den Sommerferien sich selbst überlassen sind.
Innovativ an diesem Roman ist die Kraft der Sprache mit ungewöhnlichen Neologismen und Bildern. Größtenteils im Bewusstseinsstrom verfasst kann man in die Gedanken der beiden Mädchen eintauchen.
Eindrucksvoll!




Thriller: Sebastian Fitzek: Passagier 23
Sehr spannender Thriller um den Ermittler Martin Schwarz, dessen Frau und Sohn auf einer Schiffsreise ums Leben gekommen sind. Daher ist er an einem Fall auf dem gleichen Kreuzfahrtschiff sehr interessiert:
Anuk Lamar verschwand 8 Wochen zuvor gemeinsam mit ihrer Mutter vom Schiff - sie ist also ein Passagier 23, da im Durchschnitt 23 Menschen im Jahr von Kreuzfahrtschiffen verschwinden. (Und das ist nicht fiktiv!)
Gut gemachter Thriller mit einem überraschenden Ende.

Liebesroman: Jojo Moyes: Ein Bild von dir
Der Roman hat mich persönlich mehr überzeugt als "Ein ganz neues Leben", der für mich einfach nicht mehr an "Ein ganzes halbes Jahr" herankommen kann.
Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen. Sophie muss im 1.Weltkrieg in einem von den Deutschen besetzten französischen Dorf zurecht kommen und vermisst ihren Mann, den Künstler Édouard Lefèvre, schmerzlich. Geblieben ist ihr ein Bild "Jeunne Femme", das gleichzeitig im Mittelpunkt des Romans steht. Dieses Bild gelangt in den Besitz von Liv, die ihren Mann verloren hat und in der Gegenwart lebt.
Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte, wobei vor allem die Geschichte von Sophie und Édouard dazu beiträgt

Hörbuch: Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte
Überzeugt hat mich bei dieser Auseinandersetzung mit der NS-Zeit die Vielschichtigkeit des Romans: Neben der sehr berührenden Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Minka, der Großmutter der Protagonistin, wird die Geschichte der jungen Amerikanerin Sage Singer erzählt, die einen ehemaligen SS-Verbrecher in den USA kennen lernt. Dieser bittet sie seinem Leben ein Ende zu setzen - er ist inzwischen über 90 Jahre alt, da er nicht weiter mit seiner Schuld leben möchte. Auch seine Geschichte findet Gehör, daneben kommt auch Leo Stein zu Wort - ein junger Mann, der für eine Behörde arbeitet, die NS-Verbrecher verfolgt. Eingebettet in diese verschiedenen Handlungsstränge ist eine fiktive Erzählung der Großmutter, die als Allegorie zu lesen ist.
Beeindruckend und ein wichtiger Roman über Schuld, Reue und Vergebung.


Sonntag, 27. Dezember 2015

Dave Eggers: Der Circle

Eine Dystopie über eine Welt, in der alle vollkommen gläsern werden sollen.


Vorne weg
Ich weiß, dass Dystopien zur Zeit den Literaturmarkt überschwemmen und es schwierig ist, immer noch eine weitere - gute zu finden. Aber ich glaube, dass Der Circle diesem Anspruch gerecht wird. Der Roman zeigt wie auf der Rückseite angekündigt eine "Schöne neue Welt" reloaded. Eine Welt, in der eine Firma - Circle - alles über uns permanent speichert, so dass keinerlei Informationen mehr verloren gehen. Eine Welt, in der alle miteinander vernetzt sind und sich über Smiles und Frowns definieren.
Ein Roman, der mich bewegt hat, der aber auch zum Nachdenken anregt, das Smartphone oder Tablet oder den Laptop auszuschalten.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen ein gesegnetes 

Weihnachtsfest im Kreis ihrer 

Lieben.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Sebastian Niedlich: Das finale und abschließende Wort Gottes zum Thema Weihnachten

Eine Kurzrezension zu einer Kurzgeschichte, gelesen von Matthias Keller.
Laufzeit: 39 Minuten

 
Kostenlos für Audible-Abonennten
Auf sehr unterhaltsame Art und Weise erläutert "GOTT", der hier als Ich-Erzähler fungiert, warum wir Weihnachten heute mit Weihnachtsbaum, Krippenspiel und Gesang feiern. Er belehrt uns recht witzig, was es mit dem Weihnachtsmann auf sich hat, warum er in den USA Santa Claus heißt und angeblich am Nordpol lebt. Bis auf die etwas gekünstelt wirkenden Abschweifungen "Gottes" eine letztlich sehr informative Kurzgeschichte, die uns bewusst machen will, wie sehr unser heutiges Weihnachtsfest auf Traditionen basiert.

Ideal zum Hören, während man den Weihnachtsbaum schmückt oder die Weihnachtsgans zubereitet ; )

Dienstag, 22. Dezember 2015

Gemeinsam lesen 5

Gemeinsam lesen

 1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Dave Eggers: Der Circle
 
Ich bin auf Seite  64 von 558 , also noch ganz am Anfang.





2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Okay, machen wir mal einen Live-Versuch. Bereit?"

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Da ich unheimlich gerne Dystopien lese, ist auch dieser Roman für mich ein absolutes Muss. Als Schülerin habe ich vor vielen Jahren Aldous Huxleys "Brave new world" gelesen und als ich auf der Rückseite den Kommentar: Huxleys "Schöne neue Welt" reloaded - entdeckte, wusste ich, dass ich diesen Roman lesen möchte.
Am Anfang wird diese neue Welt, die eigentlich in unserer Zeit angesiedelt ist, erklärt: 
Die Firma Circle" hat die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt und alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Dadurch gibt es keine Anonymität mehr im Netz, alles ist gläsern.
Ich bin gespannt, wie dieser (Alp-)Traum weitergeht.

4.  Würdest du gerne mal als ein Charakter Vorbild sein, was dann in einem Roman mitspielt? Also ich meine dein Namen, dein Aussehen oder wie du bist würden in einem Buch erscheinen.
Also ich weiß nicht, ob mein Leben - Beruf, Familie, Kinder und Hund - genug für einen eigene Figur hergeben würde. Dafür verläuft mein Leben zu normal und es ist eigentlich nicht das, was ich selbst gerne lesen würde. Gleichzeitig bin ich natürlich froh darüber, dass mein Charakter nicht unbedingt als Romanvorlage herhalten kann, schließlich möchte ich zum Beispiel ungern die Protagonistin eines Kriminalfalls sein...

 
 

Montag, 21. Dezember 2015

Cover Monday 4


Cover Monday ist ein von The emotional life of book ins Leben gerufene Aktion, bei der wöchentlich die schönsten Buchcover ins vorgestellt werden! Es geht dabei nur ums Cover, man muss das Buch weder gelesen haben noch besitzen.






Mein Cover
Schön finde ich dieses Cover eigentlich nicht, aber es macht neugierig. Die Farbe Orange geht normalerweise überhaupt nicht, aber sie sticht einfach ins Auge und hat für mich etwas Aggressives. Das Buch habe ich gerade erst begonnen zu lesen und mich sprechen v.a. die ineinander verschlungenen Ellipsen sowie der unvollständige Kreis in der Mitte an, der auf den Titel verweist und gleichzeitig das Logo der Firma ist, um die es in dem Roman geht. Das Logo deutet auf die Vernetzung dieser Firma hin, erzeugt bei mir aber auch ein Gefühl, als ob man im inneren Kreis gefangen sei. Die klare Schrift und die Reduzierung des Covers auf das Logo, deuten die Allmacht dieser Firma an.
Definitiv macht dieses Cover neugierig auf den Inhalt:
Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim "Circle", einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz - so ein Ziel der "drei Weisen", die den Konzern leiten- wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminialität.
(Klappentext)

Sonntag, 20. Dezember 2015

Ashley Ream: 30 Tage und ein ganzes Leben

Ein Roman, der von der Last unter Depressionen zu leiden erstaunlich leicht erzählt.

Vorne weg
Als ich auf der Rückseite des Romans gelesen habe:
Für alle Leser von Rachel Joyce ("Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry"), Lori Nelson Spielman ("Morgen kommt ein neuer Himmel") und Graeme Simsion ("Das Rosie-Projekt"), waren meine Erwartungen an den Roman ziemlich groß, denn alle drei genannten Romane haben mich berührt und sehr bewegt. Okay, beim Rosie-Projekt musste ich auch ziemlich viel lachen.  So viel kann ich schon mal verraten, die Geschichte hat mich nicht enttäuscht.

Inhalt
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der erfolgreichen Künsterlin Clementine Pritchard erzählt, die unter Depressionen leidet. Sie beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen, sich dabei aber 30 Tage Zeit zu geben,"um das eigene Ableben zu organisieren." (Klappentext)