nach dem kleinen Glück, das man nicht kaufen kann.
Taschenbuch, Seiten 129 Seiten
Verrai Verlag, Oktober 2017
Die Geschichte wurde mir vom Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Obwohl ich eine vehemente Verfechterin des Christkindes bin und in der Regel Geschichten über den Weihnachtsmann meide, hat mich der Klappentext angesprochen, so dass ich mich entschieden habe, dieses Mal eine Ausnahme zu machen.
Worum geht es?
Stella hat eine besondere Gabe, sie kann Menschen so zuhören, dass sie sich öffnen, genauso wie der Gewürzhändler Sebastian, der magische Gewürzmischungen auf dem Weihnachtsmarkt vor Stellas Wohnung verkauft.
Was wäre, wenn die beiden sich kennen lernen, aufeinander treffen und zueinander fänden?
Da kommt Richard ins Spiel, ein älterer Herr, der bei Sebastian das Gewürz "Weihnachtszauber" verlangt und Stella im ethnologischen Institut, in dem sie arbeitet und gerade eine Weihnachtsausstellung betreut, besucht. Eine besondere Magie scheint von ihm auszugehen, die auch Rose spürt, als er ihre Teestube besucht.
Roses Teestube ist auch ein Lieblingsort Stellas, beide Frauen sind befreundet, und auch der Junge Noel, dessen alleinerziehender Vater immer lange arbeiten muss, hält sich oft darin auf und hat Rose zu seiner Ersatz-Großmutter auserkoren.
All diese Menschen sind auf der Suche nach einem gemeinschaftlichem Glück und Richard, den stets ein Eichhörnchen begleitet, hilft ein wenig nach. Dabei ist er selbst auf der Suche nach einer neuen Aufgabe und dieses Mal ist es Stella, die ihm neue Wege eröffnet.
Bewertung
"Manchmal verlieren wir etwas und müssen wieder neu auf die Suche gehen. Manchmal wissen wir auch gar nicht genau, was wir eigentlich suchen. Wir ahnen nur, dass es etwas sehr Bedeutendes gibt, das uns fehlt. Dann müssen wir losgehen und hoffen, dass unser Ziel irgendwann auf dem Weg vor uns auftauchen wird." (S.93)
Die Geschichte von der Suche des Weihnachtsmannes ist eine zauberhafte Erzählung, die - auch wenn sie nicht auf den Ursprung des Weihnachtsfestes eingeht, sondern sich des populären Weihnachtsmannes bedient - zeigen will, wie wichtig familiärer und freundschaftlicher Zusammenhalt sind. Wichtiger als alle Konsumgüter, die wir kaufen können und die nur kurzfristiges Glück bescheren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger will die Geschichte vermitteln. Die weihnachtliche Botschaft ist dabei originell und unterhaltsam verpackt.
Die ideale Lektüre für einen Adventssonntag auf dem Sofa oder vor dem Kamin und draußen schneit es.
Ich möchte auf meinem Blog alle möglichen Bücher und Hörbücher vorstellen - quer durch alle Genres - ob Gegenwartsliteratur, Fantasy, Krimis, Liebesromane, historische Romane oder Romane gegen das Vergessen. Viel Spaß beim Lesen!
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Samstag, 16. Dezember 2017
Dienstag, 27. Juni 2017
Lars Vasa Johansson: Anton hat kein Glück
- ein Märchen für Erwachsene.
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
Rowohlt, 21. Oktober 2016
Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Diesen Roman haben Mira und ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Beim Lesen des Klappentextes hat er uns beide gleichermaßen angesprochen, so dass wir uns entschieden, ihn gemeinsam zu lesen. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Inhalt
Anton ist ein Zauberer mit mäßigem Erfolg, der in Altersheimen, auf Festen und kleineren Veranstaltungen auftritt. Zu Beginn der Geschichte feiert er seinen 45. Geburtstag - allein auf einem Rastplatz, die einzigen Gratulanten, die ihn morgens angerufen haben, sind seine Eltern. Wie es scheint, macht ihm das nichts aus, doch im Verlauf der Handlung blickt man hinter die gleichgültige Fassade des Ich-Erzählers Anton.
Der Berufszauberer - stolz darauf, den Beruf auszuüben zu können, der ihm Spaß macht, erweist sich als egoistischer, nörgelnder und unsympathischer Zeitgenosse, den niemand vermissen würde. Einer, der von Neid erfüllt ist und von der Frage umgetrieben wird, warum er keinen Erfolg hat.
Neidisch ist er vor allem auf Sebastian. In Rückblicken erzählt er, dass die beiden als Jugendliche gemeinsam ein Zauberprogramm auf die Beine gestellt haben und aufgetreten sind. Zuerst wenig erfolgreich, bis sie tatsächlich Geld damit verdienen konnten.
Anton lernte nach einer Zaubervorstellung Charlotta kennen, verliebte sich und die beiden wurden ein Paar. Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass Anton sehr wenig von sich preisgibt und seinen Mitmenschen wenig Empathie entgegenbringt. So hört er Charlotta kaum richtig zu, bietet Sebastian zwar ein Zuhause, dessen Vater Alkoholiker ist, ist jedoch eher daran interessiert, dass sie weiter zusammen auftreten können.
Um sich ganz der Zauberei hinzugeben, "opfert" er Charlotta, die statt dessen mit Sebastian zusammenkommt. Die Wege der beiden Jungen trennen sich und während Anton als mittelmäßiger Zauberer kaum noch Engagements ergattern kann, haben Sebastian und Charlotta Erfolg und werden reich.
In dieser kritischen Lebensphase verirrt sich Anton im Naturschutzgebiet Tiveden National Park, weil ein rotes Chesterfield Sofa mitten auf der Straße steht, so dass er einen Autounfall hat. Auf seinem Weg durch den Wald ignoriert er mehrere Warntafeln, überschreitet eine "Salzlinie" und trifft auf ein kleines Mädchen, das ihn bittet ihm sieben verschiedene Blumen zu pflücken. Da er es eilig hat und ein Telefon sucht, weigert er sich ihr zu helfen.
Ein fataler Fehler, denn sie ist eine Waldfee, die ihn mit einem Todesfluch belegt. Das erklären ihm Gunnar und Greta, zwei Nachfahren der Hexen, die in einem kleinen Häuschen im alten Wald leben und diesen vor Straßenläufern (Touristen) beschützen. Von nun an wird Anton immer Unglück haben, bis er sich das Leben nehmen will. Die darauffolgenden Tage sind tatsächlich von skurrilen Unglücksfälle geprägt, die jedoch sehr lustig zu lesen sind.
Dabei lernt Anton Jorma kennen, einen jungen Mann, der sich auf einer Liebesquest befindet und der im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird. In seiner Verzweiflung kehrt Anton zu den beiden Alten zurück und sie erklären ihm, dass er den Todesfluch lösen kann, indem er drei Aufgaben bewältigen muss, so wie sich das für ein Märchen gehört. Erst dann kann die Königin des Waldes mit der Fee vereinbaren, den Fluch aufzuheben. Widerwillig lässt sich der Zauberer Anton auf die "echte" magische Welt ein. Seine ständigen Begleiter sind ein Spray und Gunnars selbst gebackene Biskuitrolle, die vor bösen Geistern und Flüchen schützen sollen.
Wird er die Aufgaben lösen und geläutert von seiner Heldenreise zurückkehren?
Bewertung
Gestern Abend haben Mira und ich telefoniert und uns hat der Roman gut gefallen. Beide haben wir den Protagonisten zu Beginn als unsympathisch empfunden, denn den Bewohner*innen des Altenheims bringt er während seines Auftritts keinen Respekt entgegen, schikaniert die Pflegerin und beschwert sich auch im Hotel permanent. Er ist ein echter Nörgler, der im Selbstmitleid ertrinkt und neidisch auf den Erfolg seiner ehemals besten Freunde schielt.
Während der Aufgaben, die er zu bewältigen hat, wird er jedoch geläutert. Er durchläuft eine Quest, eine Heldenreise, die ihn letztlich zu einem besseren Menschen macht, da waren wir uns einig.
Indem er sich mit seinem Verhalten und seiner Lebenssituation auseinander setzen muss, erkennt er, wie er sich anderen gegenüber verhält. Die nörgelnde alte Hexe, der er helfen muss, spiegelt sein Verhalten ebenso wider wie der Tränentriefer, dem er am Ende begegnet und der sich selbst zutiefst bemitleidet. Jorma, der seiner Freundin nachtrauert und in der Vergangenheit verhaftet ist, erscheint in der Hinsicht als Alter Ego des Protagonisten, wobei Jorma sich seine Empathie und Mitmenschlichkeit bewahrt hat.
Die Moral der Geschichte kommt in der Szene mit dem Tränentriefer für meinen Geschmack etwas zu deutlich daher und das Ende ist überaus positiv, zu positiv, wie auch Mira fand. Allerdings handelt es sich um ein Märchen und da ist nun mal am Ende alles gut.
Der phantastischen Anteile - die "echte" Magie, gegen die sich Anton lange wehrt, die mythologischen Figuren, wie das Miststück und der Tränentriefer, sind besonders gelungen und kleiden die Moral in ein Augenzwinkern. Die vielen skurrilen Situationen sorgen für gute Unterhaltung und Lesegenuss.
Ein Warnung am Ende:
Der Roman macht eine unbändige Lust auf gefüllte Biskuitrolle, die so oft erwähnt wird, das man dem Wunsch, sie sofort essen zu wollen, irgendwann nicht mehr widerstehen kann ;)
Ein schöner Roman, der uns auf unterhaltsame und lustige Weise erzählt, wie wir dem Tränentriefer entkommen:
"Je mehr ich lächelte, desto leichter konnte ich mich seiner destruktiven Energie entziehen." (S.375)
Hier geht es zu Miras Rezension.
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
Rowohlt, 21. Oktober 2016
Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Diesen Roman haben Mira und ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Beim Lesen des Klappentextes hat er uns beide gleichermaßen angesprochen, so dass wir uns entschieden, ihn gemeinsam zu lesen. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Inhalt
Anton ist ein Zauberer mit mäßigem Erfolg, der in Altersheimen, auf Festen und kleineren Veranstaltungen auftritt. Zu Beginn der Geschichte feiert er seinen 45. Geburtstag - allein auf einem Rastplatz, die einzigen Gratulanten, die ihn morgens angerufen haben, sind seine Eltern. Wie es scheint, macht ihm das nichts aus, doch im Verlauf der Handlung blickt man hinter die gleichgültige Fassade des Ich-Erzählers Anton.
Der Berufszauberer - stolz darauf, den Beruf auszuüben zu können, der ihm Spaß macht, erweist sich als egoistischer, nörgelnder und unsympathischer Zeitgenosse, den niemand vermissen würde. Einer, der von Neid erfüllt ist und von der Frage umgetrieben wird, warum er keinen Erfolg hat.
Neidisch ist er vor allem auf Sebastian. In Rückblicken erzählt er, dass die beiden als Jugendliche gemeinsam ein Zauberprogramm auf die Beine gestellt haben und aufgetreten sind. Zuerst wenig erfolgreich, bis sie tatsächlich Geld damit verdienen konnten.
Anton lernte nach einer Zaubervorstellung Charlotta kennen, verliebte sich und die beiden wurden ein Paar. Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass Anton sehr wenig von sich preisgibt und seinen Mitmenschen wenig Empathie entgegenbringt. So hört er Charlotta kaum richtig zu, bietet Sebastian zwar ein Zuhause, dessen Vater Alkoholiker ist, ist jedoch eher daran interessiert, dass sie weiter zusammen auftreten können.
Um sich ganz der Zauberei hinzugeben, "opfert" er Charlotta, die statt dessen mit Sebastian zusammenkommt. Die Wege der beiden Jungen trennen sich und während Anton als mittelmäßiger Zauberer kaum noch Engagements ergattern kann, haben Sebastian und Charlotta Erfolg und werden reich.
In dieser kritischen Lebensphase verirrt sich Anton im Naturschutzgebiet Tiveden National Park, weil ein rotes Chesterfield Sofa mitten auf der Straße steht, so dass er einen Autounfall hat. Auf seinem Weg durch den Wald ignoriert er mehrere Warntafeln, überschreitet eine "Salzlinie" und trifft auf ein kleines Mädchen, das ihn bittet ihm sieben verschiedene Blumen zu pflücken. Da er es eilig hat und ein Telefon sucht, weigert er sich ihr zu helfen.
Ein fataler Fehler, denn sie ist eine Waldfee, die ihn mit einem Todesfluch belegt. Das erklären ihm Gunnar und Greta, zwei Nachfahren der Hexen, die in einem kleinen Häuschen im alten Wald leben und diesen vor Straßenläufern (Touristen) beschützen. Von nun an wird Anton immer Unglück haben, bis er sich das Leben nehmen will. Die darauffolgenden Tage sind tatsächlich von skurrilen Unglücksfälle geprägt, die jedoch sehr lustig zu lesen sind.
Dabei lernt Anton Jorma kennen, einen jungen Mann, der sich auf einer Liebesquest befindet und der im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird. In seiner Verzweiflung kehrt Anton zu den beiden Alten zurück und sie erklären ihm, dass er den Todesfluch lösen kann, indem er drei Aufgaben bewältigen muss, so wie sich das für ein Märchen gehört. Erst dann kann die Königin des Waldes mit der Fee vereinbaren, den Fluch aufzuheben. Widerwillig lässt sich der Zauberer Anton auf die "echte" magische Welt ein. Seine ständigen Begleiter sind ein Spray und Gunnars selbst gebackene Biskuitrolle, die vor bösen Geistern und Flüchen schützen sollen.
Wird er die Aufgaben lösen und geläutert von seiner Heldenreise zurückkehren?
Bewertung
Gestern Abend haben Mira und ich telefoniert und uns hat der Roman gut gefallen. Beide haben wir den Protagonisten zu Beginn als unsympathisch empfunden, denn den Bewohner*innen des Altenheims bringt er während seines Auftritts keinen Respekt entgegen, schikaniert die Pflegerin und beschwert sich auch im Hotel permanent. Er ist ein echter Nörgler, der im Selbstmitleid ertrinkt und neidisch auf den Erfolg seiner ehemals besten Freunde schielt.
Während der Aufgaben, die er zu bewältigen hat, wird er jedoch geläutert. Er durchläuft eine Quest, eine Heldenreise, die ihn letztlich zu einem besseren Menschen macht, da waren wir uns einig.
Indem er sich mit seinem Verhalten und seiner Lebenssituation auseinander setzen muss, erkennt er, wie er sich anderen gegenüber verhält. Die nörgelnde alte Hexe, der er helfen muss, spiegelt sein Verhalten ebenso wider wie der Tränentriefer, dem er am Ende begegnet und der sich selbst zutiefst bemitleidet. Jorma, der seiner Freundin nachtrauert und in der Vergangenheit verhaftet ist, erscheint in der Hinsicht als Alter Ego des Protagonisten, wobei Jorma sich seine Empathie und Mitmenschlichkeit bewahrt hat.
Die Moral der Geschichte kommt in der Szene mit dem Tränentriefer für meinen Geschmack etwas zu deutlich daher und das Ende ist überaus positiv, zu positiv, wie auch Mira fand. Allerdings handelt es sich um ein Märchen und da ist nun mal am Ende alles gut.
Der phantastischen Anteile - die "echte" Magie, gegen die sich Anton lange wehrt, die mythologischen Figuren, wie das Miststück und der Tränentriefer, sind besonders gelungen und kleiden die Moral in ein Augenzwinkern. Die vielen skurrilen Situationen sorgen für gute Unterhaltung und Lesegenuss.
Ein Warnung am Ende:
Der Roman macht eine unbändige Lust auf gefüllte Biskuitrolle, die so oft erwähnt wird, das man dem Wunsch, sie sofort essen zu wollen, irgendwann nicht mehr widerstehen kann ;)
Ein schöner Roman, der uns auf unterhaltsame und lustige Weise erzählt, wie wir dem Tränentriefer entkommen:
"Je mehr ich lächelte, desto leichter konnte ich mich seiner destruktiven Energie entziehen." (S.375)
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Lesen mit Mira,
Märchen,
Rezensionsexemplar,
Rowohlt Verlag
Donnerstag, 23. Februar 2017
Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch
- ein Klassiker der Kinderliteratur, für den Kipling u.a. 1907 den Literaturnobelpreis erhielt.
Lesen mit Mira
gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Knesebeck, 7.Oktober 2013
illustriert von Robert Ingpen
Das Dschungelbuch besteht eigentlich aus zwei Bänden, der erste ist ursprünglich 1894 erschienen und erzählt die Abenteuer von Mowgli (in dieser Übersetzung "Mogli"). Er umfasst drei Erzählungen mit sich anschließenden Liedtexten.
Auf diesen Geschichten basiert der gleichnamige bekannte Walt Disney Film, der Motive des Buches zu einer neuen Geschichte verarbeitet hat und dessen Zielpublikum aufgrund der Fröhlichkeit und der lustigen Lieder eindeutig Kinder sind. Ich habe da sofort den rundlichen Bären Balu vor Augen, im Ohr "Probier´s mal mit Gemütlichkeit".
Der zweite Band enthält vier weitere Erzählungen, die unabhängig voneinander sind und in keinem Zusammenhang mit dem Mogli-Erzählungen stehen. Protagonisten sind meist einzelne Tiere.
Heute werden die beiden Bände in der Regel zusammen publiziert, dessen waren Mira und ich uns nicht bewusst und haben uns darüber gewundert, dass Mogli in den weiteren Geschichten nicht mehr auftaucht.
Die Mogli-Geschichten
Im Gegensatz zu der lustigen und fröhlichen Verfilmung zeichnen die Erzählungen ein weitaus grausameres Bild des Dschungels, deren Bewohner bestimmten Gesetzen und Regeln unterworfen sind.
Mogli gelangt als kleines Kind, das gerade laufen kann, zur Familie Wolf, die selbst vier Junge haben. Verfolgt wird Mogli vom Tiger Shir Khan, der die Herausgabe des Menschenkindes fordert. Doch Mutter Wolf weigert sich das wehrlose Kind, das so vertrauensvoll zu ihr gekommen ist, herauszugeben und prophezeit dem von Geburt an lahmen Tiger:
"Das Menschenjunge gehört mir, Langri - mir ganz allein. Es wird nicht getötet! Es soll leben, um mit dem Rudel zu laufen und zu jagen, und am Ende - sieh dich vor, du großer Jäger kleiner, nackter Jungen, du Froschfresser und Fischfänger! - am Ende wird es dich jagen!" (S.18)
Sie nennt das Findelkind Mogli, was "Frosch" bedeutet, weil es im Gegensatz zu ihren Kindern nackt ist.
Alle Jungen müssen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben, dem Rudel vorgestellt werden, um aufgenommen zu werden. Die Wölfe sehen sich selbst als freies Volk an, die nur ihrem Rudelführer gehorchen, dem Stärksten, der seine Kräfte bei der Jagd unter Beweis stellen muss.
Akela, der Rudelführer, lässt auch über Moglis Zugehörigkeit zum Rudel entscheiden. Aufgrund Balus Fürsprache, der eine Stimme in der Ratsversammlung der Wölfe hat, und Baghiras Einschreiten, der Mogli in das Rudel "einkauft", wird er aufgenommen und von Balu fortan in den Gesetzen des Dschungels unterrichtet. Er und Baghira werden neben den Wolfsbrüdern Moglis beste Freunde.
Doch Shir Khan hat seine Schmach nicht vergessen und will sich an Mogli rächen, indem er das Rudel entzweit. Mit Hilfe der "roten Blume", dem Feuer, das nur die Menschen beherrschen, kann Mogli sich wehren und kehrt daraufhin zu seinesgleichen zurück.
In der 2.Erzählung wird im Rückblick das Abenteuer mit den Affen erzählt. Das Affenvolk, die Bandar-log, erscheinen als chaotisches Volk ohne Führung, Regeln und Gesetze und werden von den Dschungelbewohnern nicht beachtet. Daher entführen sie Mogli, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Um Mogli zu retten, arbeiten Baghira und Balu mit der Schlange Kaa zusammen, die besonders gefährlich und grausam ist.
In der letzten Erzählung kehrt Mogli zu den Menschen zurück und erfüllt die Prophezeiung von Mutter Wolf. Er muss jedoch erkennen, dass er aufgrund seiner "wölfischen" Sozialisation im Dschungel ein Außenseiter bleiben wird, aber auch innerhalb des Wolfrudels bleibt ihm ein Platz verwehrt.
"Aber er blieb nicht für immer allein. Denn als er Jahre später ein Mann geworden war, heiratet er. Aber das ist eine Geschichte für Erwachsene." (S.94)
Die weiteren Erzählungen
1. Die weiße Robbe
Das Robbenjunge Kotick ist aufgrund seiner weißen Farbe ebenfalls ein Außenseiter, das jedoch einen Traum hegt. Es möchte einen Platz finden, an dem die Robben nicht mehr von den Menschen abgeschlachtet werden. Obgleich bittere Wahrheit, ist die Szene, in der Kotick mitansieht, wie seine Spielkameraden von den Menschen in die Irre geführt und grausam getötet werden, sicherlich nicht für Kinder geeignet - zumindest nicht in der dargestellten Brutalität. Da würde ich als Mutter den Text etwas verändern wollen.
Doch die Geschichte zeigt, wenn man nur beharrlich an seinem Traum festhält und danach strebt, ihn zu verwirklichen, kann man sein Ziel erreichen. Auch wenn sich Kotick mit Gewalt gegen seine Widersacher durchsetzen muss, so dass sein Fell blutgetränkt ist.
2. Rikki-Tikki-Tavi
In dieser Fabel steht vorwitziger und pfiffiger Mungo im Vordergrund, der innerhalb einer Familie im Sugauli-Distrikt heimisch geworden ist und sie mit Hilfe zweier Webervögel vor gefährlichen Schlangen bewahrt.
3. Elefanten-Toomai
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht der Junge Toomai, doch er wächst nicht im Dschungel auf, sondern als Sohn eines Elefantenführers. Dieser befehligt den majestätischen Elefanten Kala Nag, was "Schwarze Schlange" bedeutet, der dazu eingesetzt wird, wilde Elefanten zu jagen und zu fangen.
Die sozialen Unterschiede innerhalb der stark hierarchisch gegliederten Gesellschaft des kolonialisierten Indiens werden in dieser Erzählung besonders deutlich. Als Toomai im Elefantengehege aushilft, ist sein Vater wütend, da er die niedere Arbeit eines Elefantenjägers verrichtet hat:
"Du hast da eine Arbeit gemacht, die dieses schmutzige assamesische Dschungelvolk machen soll." (S.151)
Doch der Junge bricht aus dieser starren Struktur aus und kann aufgrund eines einzigartigen Abenteuers einen neuen Platz einnehmen.
4. Die Diener ihrer Majestät
Die letzte Geschichte fand ich sehr seltsam. Da unterhalten sich verschiedene Kriegstiere über die Vor- und Nachteile ihrer Aufgabe. Es sprechen die beschränkten Ochsen stolz von ihrer Kanone, die sie ziehen, oder das Kavalleriepferd, das seinem Reiter blind in der Schlacht vertraut. Sie repräsentieren die hierarchischen Strukturen des englischen Militärs, gleichzeitig aber auch dessen Beschränktheit?
Nur der Elefant stellt das Kämpfen und den Krieg ansatzweise in Frage, indem er das Blutvergießen thematisiert, dass die anderen Tiere zu verdrängen suchen.
Bewertung
Liest man das Dschungelbuch, insbesondere die Geschichten um Mogli, stehen die Abenteuer, die Entwicklung und der Mut des Jungen im Vordergrund, ebenso wie seine Erkenntnis, dass er ein Außenseiter in beiden Welten bleiben wird.
Für Kindergeschichten sind sie mir persönlich etwas zu grausam. Einerseits gefallen mir die Regeln im Dschungel, die das Zusammenleben der unterschiedlichen Tiere ermöglichen und Frieden und Gerechtigkeit stiften, andererseits sind sie letztlich auf das Recht des Stärkeren ausgerichtet, wie auch die anderen Erzählungen und Fabeln sehr deutlich zeigen. Der Mungo tötet die Schlange, die Robbe bekämpft ihre Widersacher - der Stärkere, aber auch Klügere setzt sich durch. Darwin lässt grüßen!
In der letzten Geschichte erscheint Kipling offensichtlich als Vertreter des Imperialismus. 1865 in Bombay geboren, hat er seine Kindheit und Jugend in England, größtenteils in einer Pflegefamilie verbracht - mit ähnlich traumatischen Erlebnissen, wie sie auch Edward Feathers in "Ein untadeliger Mann" beschreibt. Später kehrte er jedoch nach Pakistan und Indien als Journalist und Schriftsteller zurück.
In seinem Gedicht "The White Man´s Burden" vertritt Kipling die Auffassung, die Kolonialmächte, müssten die "Bürde für die Entwicklung der Menschen in den Kolonien auf ihre Schultern nehmen." (Quelle: wikipedia) Diese Einstellung ist in einigen Szenen zu spüren und für mich heute sehr befremdlich.
Die Geschichten um Mogli haben mir am besten gefallen und sind heute immer noch für Kinder geeignet, da sich in ihnen sich die Faszination, die der indische Dschungel und seine tierischen Bewohner ausüben, widerspiegelt.
Bei den übrigen Fabeln bin ich mir da nicht so sicher - gerade die letzte würde ich Kindern nicht vorlesen. Im Austausch mit Mira haben wir beide festgestellt, dass vor allem die Fabeln sehr grausam sind und uns weniger als die Mogli-Geschichten angesprochen haben.
Gelungen finde ich in dieser Ausgabe die wunderschönen Illustrationen von Robert Ingpen, die mir viel besser als bei Peter Pan gefallen haben.
Hier geht es zu Miras Besprechung.
Lesen mit Mira
gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Knesebeck, 7.Oktober 2013
illustriert von Robert Ingpen
Das Dschungelbuch besteht eigentlich aus zwei Bänden, der erste ist ursprünglich 1894 erschienen und erzählt die Abenteuer von Mowgli (in dieser Übersetzung "Mogli"). Er umfasst drei Erzählungen mit sich anschließenden Liedtexten.
Auf diesen Geschichten basiert der gleichnamige bekannte Walt Disney Film, der Motive des Buches zu einer neuen Geschichte verarbeitet hat und dessen Zielpublikum aufgrund der Fröhlichkeit und der lustigen Lieder eindeutig Kinder sind. Ich habe da sofort den rundlichen Bären Balu vor Augen, im Ohr "Probier´s mal mit Gemütlichkeit".
Der zweite Band enthält vier weitere Erzählungen, die unabhängig voneinander sind und in keinem Zusammenhang mit dem Mogli-Erzählungen stehen. Protagonisten sind meist einzelne Tiere.
Heute werden die beiden Bände in der Regel zusammen publiziert, dessen waren Mira und ich uns nicht bewusst und haben uns darüber gewundert, dass Mogli in den weiteren Geschichten nicht mehr auftaucht.
Die Mogli-Geschichten
Im Gegensatz zu der lustigen und fröhlichen Verfilmung zeichnen die Erzählungen ein weitaus grausameres Bild des Dschungels, deren Bewohner bestimmten Gesetzen und Regeln unterworfen sind.
Mogli gelangt als kleines Kind, das gerade laufen kann, zur Familie Wolf, die selbst vier Junge haben. Verfolgt wird Mogli vom Tiger Shir Khan, der die Herausgabe des Menschenkindes fordert. Doch Mutter Wolf weigert sich das wehrlose Kind, das so vertrauensvoll zu ihr gekommen ist, herauszugeben und prophezeit dem von Geburt an lahmen Tiger:
"Das Menschenjunge gehört mir, Langri - mir ganz allein. Es wird nicht getötet! Es soll leben, um mit dem Rudel zu laufen und zu jagen, und am Ende - sieh dich vor, du großer Jäger kleiner, nackter Jungen, du Froschfresser und Fischfänger! - am Ende wird es dich jagen!" (S.18)
Sie nennt das Findelkind Mogli, was "Frosch" bedeutet, weil es im Gegensatz zu ihren Kindern nackt ist.
Alle Jungen müssen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben, dem Rudel vorgestellt werden, um aufgenommen zu werden. Die Wölfe sehen sich selbst als freies Volk an, die nur ihrem Rudelführer gehorchen, dem Stärksten, der seine Kräfte bei der Jagd unter Beweis stellen muss.
Akela, der Rudelführer, lässt auch über Moglis Zugehörigkeit zum Rudel entscheiden. Aufgrund Balus Fürsprache, der eine Stimme in der Ratsversammlung der Wölfe hat, und Baghiras Einschreiten, der Mogli in das Rudel "einkauft", wird er aufgenommen und von Balu fortan in den Gesetzen des Dschungels unterrichtet. Er und Baghira werden neben den Wolfsbrüdern Moglis beste Freunde.
Doch Shir Khan hat seine Schmach nicht vergessen und will sich an Mogli rächen, indem er das Rudel entzweit. Mit Hilfe der "roten Blume", dem Feuer, das nur die Menschen beherrschen, kann Mogli sich wehren und kehrt daraufhin zu seinesgleichen zurück.
In der 2.Erzählung wird im Rückblick das Abenteuer mit den Affen erzählt. Das Affenvolk, die Bandar-log, erscheinen als chaotisches Volk ohne Führung, Regeln und Gesetze und werden von den Dschungelbewohnern nicht beachtet. Daher entführen sie Mogli, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Um Mogli zu retten, arbeiten Baghira und Balu mit der Schlange Kaa zusammen, die besonders gefährlich und grausam ist.
In der letzten Erzählung kehrt Mogli zu den Menschen zurück und erfüllt die Prophezeiung von Mutter Wolf. Er muss jedoch erkennen, dass er aufgrund seiner "wölfischen" Sozialisation im Dschungel ein Außenseiter bleiben wird, aber auch innerhalb des Wolfrudels bleibt ihm ein Platz verwehrt.
"Aber er blieb nicht für immer allein. Denn als er Jahre später ein Mann geworden war, heiratet er. Aber das ist eine Geschichte für Erwachsene." (S.94)
Die weiteren Erzählungen
1. Die weiße Robbe
Das Robbenjunge Kotick ist aufgrund seiner weißen Farbe ebenfalls ein Außenseiter, das jedoch einen Traum hegt. Es möchte einen Platz finden, an dem die Robben nicht mehr von den Menschen abgeschlachtet werden. Obgleich bittere Wahrheit, ist die Szene, in der Kotick mitansieht, wie seine Spielkameraden von den Menschen in die Irre geführt und grausam getötet werden, sicherlich nicht für Kinder geeignet - zumindest nicht in der dargestellten Brutalität. Da würde ich als Mutter den Text etwas verändern wollen.
Doch die Geschichte zeigt, wenn man nur beharrlich an seinem Traum festhält und danach strebt, ihn zu verwirklichen, kann man sein Ziel erreichen. Auch wenn sich Kotick mit Gewalt gegen seine Widersacher durchsetzen muss, so dass sein Fell blutgetränkt ist.
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| Quelle wikipedia |
In dieser Fabel steht vorwitziger und pfiffiger Mungo im Vordergrund, der innerhalb einer Familie im Sugauli-Distrikt heimisch geworden ist und sie mit Hilfe zweier Webervögel vor gefährlichen Schlangen bewahrt.
3. Elefanten-Toomai
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht der Junge Toomai, doch er wächst nicht im Dschungel auf, sondern als Sohn eines Elefantenführers. Dieser befehligt den majestätischen Elefanten Kala Nag, was "Schwarze Schlange" bedeutet, der dazu eingesetzt wird, wilde Elefanten zu jagen und zu fangen.
Die sozialen Unterschiede innerhalb der stark hierarchisch gegliederten Gesellschaft des kolonialisierten Indiens werden in dieser Erzählung besonders deutlich. Als Toomai im Elefantengehege aushilft, ist sein Vater wütend, da er die niedere Arbeit eines Elefantenjägers verrichtet hat:
"Du hast da eine Arbeit gemacht, die dieses schmutzige assamesische Dschungelvolk machen soll." (S.151)
Doch der Junge bricht aus dieser starren Struktur aus und kann aufgrund eines einzigartigen Abenteuers einen neuen Platz einnehmen.
4. Die Diener ihrer Majestät
Die letzte Geschichte fand ich sehr seltsam. Da unterhalten sich verschiedene Kriegstiere über die Vor- und Nachteile ihrer Aufgabe. Es sprechen die beschränkten Ochsen stolz von ihrer Kanone, die sie ziehen, oder das Kavalleriepferd, das seinem Reiter blind in der Schlacht vertraut. Sie repräsentieren die hierarchischen Strukturen des englischen Militärs, gleichzeitig aber auch dessen Beschränktheit?
Nur der Elefant stellt das Kämpfen und den Krieg ansatzweise in Frage, indem er das Blutvergießen thematisiert, dass die anderen Tiere zu verdrängen suchen.
Bewertung
Liest man das Dschungelbuch, insbesondere die Geschichten um Mogli, stehen die Abenteuer, die Entwicklung und der Mut des Jungen im Vordergrund, ebenso wie seine Erkenntnis, dass er ein Außenseiter in beiden Welten bleiben wird.
Für Kindergeschichten sind sie mir persönlich etwas zu grausam. Einerseits gefallen mir die Regeln im Dschungel, die das Zusammenleben der unterschiedlichen Tiere ermöglichen und Frieden und Gerechtigkeit stiften, andererseits sind sie letztlich auf das Recht des Stärkeren ausgerichtet, wie auch die anderen Erzählungen und Fabeln sehr deutlich zeigen. Der Mungo tötet die Schlange, die Robbe bekämpft ihre Widersacher - der Stärkere, aber auch Klügere setzt sich durch. Darwin lässt grüßen!
In der letzten Geschichte erscheint Kipling offensichtlich als Vertreter des Imperialismus. 1865 in Bombay geboren, hat er seine Kindheit und Jugend in England, größtenteils in einer Pflegefamilie verbracht - mit ähnlich traumatischen Erlebnissen, wie sie auch Edward Feathers in "Ein untadeliger Mann" beschreibt. Später kehrte er jedoch nach Pakistan und Indien als Journalist und Schriftsteller zurück.
In seinem Gedicht "The White Man´s Burden" vertritt Kipling die Auffassung, die Kolonialmächte, müssten die "Bürde für die Entwicklung der Menschen in den Kolonien auf ihre Schultern nehmen." (Quelle: wikipedia) Diese Einstellung ist in einigen Szenen zu spüren und für mich heute sehr befremdlich.
Die Geschichten um Mogli haben mir am besten gefallen und sind heute immer noch für Kinder geeignet, da sich in ihnen sich die Faszination, die der indische Dschungel und seine tierischen Bewohner ausüben, widerspiegelt.
Bei den übrigen Fabeln bin ich mir da nicht so sicher - gerade die letzte würde ich Kindern nicht vorlesen. Im Austausch mit Mira haben wir beide festgestellt, dass vor allem die Fabeln sehr grausam sind und uns weniger als die Mogli-Geschichten angesprochen haben.
Gelungen finde ich in dieser Ausgabe die wunderschönen Illustrationen von Robert Ingpen, die mir viel besser als bei Peter Pan gefallen haben.
Hier geht es zu Miras Besprechung.
Dienstag, 27. September 2016
Frank L.Baum: Der Zauberer von Oz
- ein Kinderbuchklassiker, der verzaubert.
Lesen mit Mira
Dieses Mal haben wir uns einen Kinderbuchklassiker vorgenommen. Unglaublich, da ist man schon so alt und kennt dieses Märchen, das bereits 1900 in den USA erschienen ist, nicht. Ich bin Mira sehr dankbar, dass sie diese Geschichte vorgeschlagen hat, andernfalls wäre ich nicht auf die Idee gekommen, das wunderbare Märchen zu lesen.
Buchdaten
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
farbig illustriert von Lisbeth Zwerger
Verlag: NordSüd Verlag
Erschienen am: 17. September 2015
ISBN-13: 978-3314103186
Inhalt
Dorothy lebt in Kansas, in einer ärmlichen Hütte inmitten der Prärie bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Ein heftiger Wirbelsturm hebt das kleine Haus, in dem sie wohnen, in Luft und pustet sie gemeinsam mit ihrem kleinen Hund Toto in eine wundersame Welt. Ausgerechnet auf der bösen Osthexe landet Dorothy mit ihrem Haus, nur die silbernen Schuhe bleiben von der Hexe übrig. Die gute Nordhexe, die gekommen ist, um den Sieg über die Böse zu feiern, gibt Dorothy den Rat die Smaragdstadt im Landesinneren aufzusuchen. Dort lebe der mächtige, aber gute Zauberer Oz, der ihr helfen könne, nach Kansas zurückzukehren, was Dorothys sehnlichster Wunsch ist. Sie küsst sie auf die Stirn und hinterlässt ein Zeichen darauf, so wird sie
"durch die Kraft des Guten geschützt, die immer stärker als die Kraft des Bösen ist." (S.62)
Auf ihrer Reise zum Zauberer von Oz findet sie drei ungewöhnliche Freunde:
Die Vogelscheuche, die sich nichts sehnlicher als einen Verstand wünscht.
Den Holzfäller, der als Folge eines bösen Zaubers ganz aus Blech besteht und sich ein Herz wünscht.
Den Löwen, der sehr ängstlich ist und sich Mut wünscht.
Gemeinsam finden sie einen Weg zum Zauberer, der sie vor die neue Herausforderung stellt, die böse Westhexe zu besiegen, erst dann wird er ihre Wünsche erfüllen können.
Die Freunde bestehen zusammen viele Abenteuer. Dorothys Mut und ihre Entschlossenheit, nach Hause zurückzukehren, und die tiefe Freundschaft, die sich zwischen den ungleichen Gefährten entwickelt, führen sie schließlich an ihr Ziel. Doch sie müssen erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Bewertung
Das Märchen ist zu Recht inzwischen ein Klassiker. Es will nicht belehren oder Angst machen, wie so viele moralische, volkstümliche Märchen, sondern es erzählt vom Mut, von der Freundschaft, von der Entschlossenheit, nicht aufzugeben und seine Freunde nicht im Stich zu lassen.
Gemeinsam mit ihren Freunden verfolgt Dorothy das Ziel, in ihre Heimat zurückzukehren, besteht dabei mutig alle Herausforderungen und zeigt sich gegenüber dem Zauberer, der mehr Schein als Sein ist, äußerst großzügig.
Mirella und ich waren uns einig, dass diese lange Fassung eher für große Kinder geeignet ist, obwohl es kein grausames Märchen ist. Eigentlich sind es mehrere Geschichten in einer und in einigen Szenen springt die Handlung, so dass die Verhaltensweise der Figuren nicht immer gleich nachvollziehbar ist - daher für große Kinder. Schade fanden wir auch, dass der Holzfäller, der einst ein Mensch war, auch mit Hilfe des "Zauberers" blechern bleiben muss.
Die Zauberkunst von Oz zeigt aber, wie entscheidend die Suggestion sein kann. Wenn wir glauben, wir hätten Verstand..., aber lest selbst.
Trotz einiger Kritikpunkte waren wir uns einig, dass es ein sehr schönes Märchen ist und wir glücklich darüber sind, es gemeinsam gelesen zu haben. Es wird sicherlich nicht das letzte sein ;)
Lesen mit Mira
Dieses Mal haben wir uns einen Kinderbuchklassiker vorgenommen. Unglaublich, da ist man schon so alt und kennt dieses Märchen, das bereits 1900 in den USA erschienen ist, nicht. Ich bin Mira sehr dankbar, dass sie diese Geschichte vorgeschlagen hat, andernfalls wäre ich nicht auf die Idee gekommen, das wunderbare Märchen zu lesen.
Buchdaten
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
farbig illustriert von Lisbeth Zwerger
Verlag: NordSüd Verlag
Erschienen am: 17. September 2015
ISBN-13: 978-3314103186
Inhalt
Dorothy lebt in Kansas, in einer ärmlichen Hütte inmitten der Prärie bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Ein heftiger Wirbelsturm hebt das kleine Haus, in dem sie wohnen, in Luft und pustet sie gemeinsam mit ihrem kleinen Hund Toto in eine wundersame Welt. Ausgerechnet auf der bösen Osthexe landet Dorothy mit ihrem Haus, nur die silbernen Schuhe bleiben von der Hexe übrig. Die gute Nordhexe, die gekommen ist, um den Sieg über die Böse zu feiern, gibt Dorothy den Rat die Smaragdstadt im Landesinneren aufzusuchen. Dort lebe der mächtige, aber gute Zauberer Oz, der ihr helfen könne, nach Kansas zurückzukehren, was Dorothys sehnlichster Wunsch ist. Sie küsst sie auf die Stirn und hinterlässt ein Zeichen darauf, so wird sie
"durch die Kraft des Guten geschützt, die immer stärker als die Kraft des Bösen ist." (S.62)
Auf ihrer Reise zum Zauberer von Oz findet sie drei ungewöhnliche Freunde:
Die Vogelscheuche, die sich nichts sehnlicher als einen Verstand wünscht.
Den Holzfäller, der als Folge eines bösen Zaubers ganz aus Blech besteht und sich ein Herz wünscht.
Den Löwen, der sehr ängstlich ist und sich Mut wünscht.
Gemeinsam finden sie einen Weg zum Zauberer, der sie vor die neue Herausforderung stellt, die böse Westhexe zu besiegen, erst dann wird er ihre Wünsche erfüllen können.
Die Freunde bestehen zusammen viele Abenteuer. Dorothys Mut und ihre Entschlossenheit, nach Hause zurückzukehren, und die tiefe Freundschaft, die sich zwischen den ungleichen Gefährten entwickelt, führen sie schließlich an ihr Ziel. Doch sie müssen erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Bewertung
Das Märchen ist zu Recht inzwischen ein Klassiker. Es will nicht belehren oder Angst machen, wie so viele moralische, volkstümliche Märchen, sondern es erzählt vom Mut, von der Freundschaft, von der Entschlossenheit, nicht aufzugeben und seine Freunde nicht im Stich zu lassen.
Gemeinsam mit ihren Freunden verfolgt Dorothy das Ziel, in ihre Heimat zurückzukehren, besteht dabei mutig alle Herausforderungen und zeigt sich gegenüber dem Zauberer, der mehr Schein als Sein ist, äußerst großzügig.
Mirella und ich waren uns einig, dass diese lange Fassung eher für große Kinder geeignet ist, obwohl es kein grausames Märchen ist. Eigentlich sind es mehrere Geschichten in einer und in einigen Szenen springt die Handlung, so dass die Verhaltensweise der Figuren nicht immer gleich nachvollziehbar ist - daher für große Kinder. Schade fanden wir auch, dass der Holzfäller, der einst ein Mensch war, auch mit Hilfe des "Zauberers" blechern bleiben muss.
Die Zauberkunst von Oz zeigt aber, wie entscheidend die Suggestion sein kann. Wenn wir glauben, wir hätten Verstand..., aber lest selbst.
Trotz einiger Kritikpunkte waren wir uns einig, dass es ein sehr schönes Märchen ist und wir glücklich darüber sind, es gemeinsam gelesen zu haben. Es wird sicherlich nicht das letzte sein ;)
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