Montag, 1. Februar 2016

Tahereh Mafi: Ich brenne für dich

das Finale der Trilogie nach: Ich fürchte mich nicht und Rette mich vor dir.

Vorne weg
Nachdem ich den 2.Teil schon etwas schwächer als den ersten fand, bin ich jetzt am Ende doch etwas enttäuscht. Die Sprache hat sich zwar parallel mit der Entwicklung der Heldin verändert, ist aber weniger innovativ. Im Mittelpunkt steht überwiegend die Liebesgeschichte zwischen Juliette und Warner und der Kampf gegen das Reestablishment rückt in den Hintergrund.

Buchdaten
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erschienen am: 22. Juni 2015
ISBN-13: 978-3442482764
Originaltitel: Ignite Me

Inhalt
Nachdem Warner Juliette mittels seiner Kräfte und der Hilfe der Heilerinnen das Leben gerettet hat, schmuggelt er sie auf seinen Stützpunkt. Zunächst sieht es so aus, als habe keiner aus Omega Point die Schlacht gegen die Soldaten des Reestablishments überlebt. Warner, dessen wahrer Charakter sich nach und nach offenbart und dessen Verhaltensweisen aus dem ersten Band nun in ein anderes Licht gerückt werden, will Juliette im Kampf gegen seinen tyrannsischen Vater helfen.
Auf der Suche nach Überlebenden findet Juliette in Adams ehemaliger Wohnung einiger ihrer Freunde wieder: Kenji hat ebenso überlebt wie Castle, Adam und James sowie Winston und Brendan.
Es kommt zu einem heftigen Streit zwischen Adam und Juliette, die sich immer noch nicht eingestehen will, dass sie Warner liebt, der, um zu beweisen, dass er auf ihrer Seite ist, die ganze Truppe in seinem Fitnessraum versteckt. Während Adam sich als schlechter Verlierer entpuppt und mit Hass und Verachtung auf Warner reagiert - und sich weigert, ihm zu erzählen, dass sie Brüder sind-, wird Kenji zu Juliettes neuem besten Freund.

Sie durchläuft die größte Metamorphose. Aus dem ängstlichen, in sich zurückgezogenen jungen Mädchen, das jeglichen Kontakt zu seinen Mitmenschen zu vermeiden suchte, ist nach ihrer "Wiedergeburt" eine selbstbewusste Frau geworden, die endlich bereit ist, ihre Kräfte im Kampf gegen Warners Vater einzusetzen - und die keine Angst mehr hat, ihre besondere Gabe einzusetzen. Dabei stellt sich heraus, dass ihre eigentliche Fähigkeit darin besteht, mit ihrer inneren Energie, Gegenstände zu zerstören, auch ohne sie zu berühren. Es gelingt ihr mit hartem Training diese Energie so zu beherrschen, dass sie sie auch abschalten kann. Das bedeutet, dass sie in der Lage ist, andere zu berühren. Sie ist also nicht mehr unbedingt auf die Beziehung zu Warner angewiesen, der ihre Berührung erträgt, sogar ihre Kräfte absorbiert.
So kann sie endlich frei eine Entscheidung für einen Partner fällen...
Ihre Veränderung wird auch auf sprachlicher Ebene deutlich - es gibt keine durchgestrichenen Sätze mehr. D.h. Juliette zensiert ihre Gedanken nicht mehr, ist jetzt eins mit sich und selbstbewusst genug, ihre Wut zuzulassen und ihre eigene Meinung zu vertreten. Sie weiß jetzt, was sie will.

Bewertung
Wie in der Inhaltzusammenfassung deutlich wird, steht die Liebesgeschichte Juliette- Adam- Warner im Mittelpunkt. Der eigentliche Kampf gegen das Reestablishment, für den Juliette die Verantwortung übernimmt, spielt nur eine Nebenrolle. Es wird auch keine Alternative angeboten -was geschieht eigentlich, wenn die Feinde bzw. Warners Vater gestürzt sind? Was ist mit den anderen Sektoren? Im letzten Teil offenbart sich, dass diese Zukunftsvision lediglich als Kulisse für die Entwicklung der Protagonistin dient. Damit verschenkt die Autorin eine Chance eine echte Dystopie und ihre Überwindung darzustellen.
Auch bleiben die Superkräfte ungeklärt, z.B. warum einige sie haben und andere nicht.
Ich persönlich fand das Ende sehr abrupt - nach dem Kampf gegen die Unterdrücker ist alles vorbei. Das stützt die Theorie, dass es letztlich doch nur um die Liebesgeschichte geht, die mir im letzten Teil zu viel Raum eingenimmt
Es ist nicht so, dass mich die Liebesgeschichte und ihre Entwicklung, die Entscheidung zwischen zwei so unterschiedlichen Männern, nicht angesprochen hätte. Wobei mich die Schilderungen, wie gut aussehend und anziehend die Protagonisten sich gegenseitig finden, irgendwann genervt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die positive Entwicklung Juliettes zu einer selbstbewussten Frau eine Identifikationsfläche bietet.
Trotzdem finde ich es schade, dass die im Roman durchaus nicht unrealistische Version einer zukünftigen Welt nicht weiter ausgearbeitet und auch keine Alternative aufgezeigt wird.

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