Sonntag, 30. August 2015

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

Genre: Jugendbuch



Inhalt
Der neunjährige Bruno muss gemeinsam mit seiner 12jährigen Schwester Gretel und seinen Eltern von Berlin nach Auschwitz umziehen, da sein Vater zum Kommandanten im Konzentrationslager befördert wird. Bruno ahnt jedoch nicht, welche Aufgabe sein Vater ausübt und sieht das neue Haus sowie die Umgebung mit den unschuldigen Augen eins Neunjährigen, ebenso wie den Besuch des Furors (Führers) im Haus in Berlin.
In Aus-Wisch, so wie er es nennt, entdeckt er beim Forschen einen langen Stacheldrahtzaun, dahinter einen Jungen im gestreiften Pyjama, Schmuel, mit dem er sich anfreundet und mit dem er sich täglich am Zaun trifft. Brunos Mutter erträgt die Situation in der Nähe des Lagers nicht mehr und möchte daher zurück nach Berlin. Doch Schmuel kann seinen Vater nicht mehr finden, so dass Bruno beschließt ihm zu helfen.

Bewertung
Dieser Jugendroman, der ab 12 Jahren empfohlen wird, ist für mich die behutsamste Annäherung an die unfassbare Grausamkeit der Konzentrationslager. Dadurch, dass konsequent aus der Sicht des neunjährigen Brunos erzählt wird, erscheinen die Verbrechen zunächst abgemildert, dann aber umso schrecklicher. Gleichzeitig entstehen viele Fragen, so dass ich persönlich den Roman mit meinem Kind gleichzeitig lesen würde, um bei Bedarf das Geschilderte entsprechend erklären zu können. Die besondere Herangehensweise an die Thematik des Holocausts hat sicherlich auch dazu geführt, dass der Roman inzwischen Schullektüre ist - absolut zu Recht.
Auch der Film ist gelungen, wenn er am Ende die Ereignisse auch verkürzt und dadurch dramatisiert - ein Mittel, um die Botschaft noch eindringlicher den Zuschauern nahe bringen zu wollen. Filmisch legitim, im Roman finde ich das Ende trotzdem gelungener.

Buchdaten:
Taschenbuch: 272 Seiten 
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erschienen am: 6. Februar 2009 
ISBN: 978-3596806836 
Originaltitel: The Boy in the Striped Pyjamas


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