Dienstag, 8. Dezember 2015

Sebastian Fitzek: Passagier 23

ein spannender Thriller auf hoher See...  

Gesprochen von: Simon Jäger
Spieldauer: 10 Std. 10 Min. (ungekürztes Hörbuch)

Inhalt
Im Mittelpunkt steht der Berliner Kriminalpolizist Martin Schwarz, der als verdeckter Ermittler arbeitet. Allerdings ist er psychisch sehr angeschlagen, da er vor 5 Jahren seine Frau ihren gemeinsamen 11 jährigen Sohn Tim getötet haben und diesen von einem Kreuzfahrtschiff geworfen haben soll. Danach soll sie selbst in den Tod gesprungen sein. Martin kann bis heute nicht an den Mord und Selbstmord seiner Frau glauben. Daher reist er sofort zur Ablegestelle des Schiffes, als ihm eine Anruferin erzählt, ein vermisstes Kind sei wieder auf dem Kreuzfahrtschiff aufgetaucht.
Anuk Lamar verschwand 8 Wochen zuvor gemeinsam mit ihrer Mutter vom Schiff - sie ist also ein Passagier 23, da im Durchschnitt 23 Menschen im Jahr von Kreuzfahrtschiffen verschwinden. (Und das ist nicht fiktiv!)

Anuk hatte den Teddybären dabei, den Tim vor 5 Jahren mit auf eben jene Kreuzfahrt genommen hat, bei der er ums Leben gekommen ist.
Doch der Eigentümer hat kein Interesse daran, dass Anuks Auftauchen an die große Glocke gehängt wird, schließlich will er das Schiff verkaufen und kann keine schlechte Presse gebrauchen  - ein Kind, das für tot erklärt wird, taucht wieder auf. Das wirft kein gutes Licht auf die Crew und das Unternehmen. So erpresst der Reeder den Kapität und schließlich Martin, der ein ureignes Interesse hat, mit Anuk zu reden. Und genau das weiß der Reeder. So soll Martin versuchen  bis New York den Kidnapper herauszufinden, es bleiben ihm 6 Tage. Dabei hilft ihm die Verlobte des Kapitäns, die Ärztin Elena, die das traumatisierte, hoch intelligente Kind betreut.
Parallel dazu erlebt man mit, was in der Zwischenzeit mit Anuks Mutter geschieht - das hat wirklich Horrorcharakter und soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Daneben spielt auch die Patentochter des Kapitäns eine Rolle, Lisa Stiller, die die Kreuzfahrt gemeinsam mit ihrer Mutter gebucht hat und wie es den Anschein hat, Selbstmord begehen möchte. Geschickt gelingt es Fitzek die verschiedenen Handlungsstränge zu einem spannenden Thrieller zu verknüpfen, der mehrmals eine sehr überraschende Wende nimmt.

Bewertung
Damit bin ich auch beim großen Plus dieses Thrillers, der immer wieder mit entsprechenden Wendungen des Geschehens überrascht und ein - für das Genre unüblich- eher ruhiges Ende präsentiert- ohne Verfolgungsjagden und Rettungen in letzter Minute - das es aber trotzdem in sich hat.
Fitzek gelingt es die Atmosphäre des Schiffes einzufangen (er hat wirklich gut recherchiert!) und die Qualen, die der Mutter Anuks zukommen, sind sehr bildlich geschildert - ohne dass es ekelerregend wird.
Auch der Wechsel der Perspektiven zwischen verschiedenen Figuren macht das Verhalten der einzelnen Protagonisten immer plausibel und nachvollziehbar.
Überzeugt hat mich auch der Sprecher des Hörbuches, der eine sehr angenehme Stimme hat und diese den entsprechenden Personen gut angepasst hat. Werde in Zukunft bei Hörbüchern nach seinem Namen Ausschau halten.
Insgesamt absolut hörens- und auch lesenswert. Spannend bis zum Schluss und in der Story sehr überzeugend!

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