Sonntag, 20. März 2016

Ursula Poznanski: Layers

ein Thriller und ein Dystopie - nicht für Jugendliche.

Buchdaten
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Loewe
Erschienen am: 17. August 2015
ISBN-10: 3785582307
ISBN-13: 978-3785582305
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Inhalt
Dorian ist obdachlos. Seine Mutter ist an Krebs gestorben und sein Vater hat ihn solange geprügelt, bis er es nicht mehr ausgehalten hat. Nach einem Streit mit einem anderen Obdachlosen - Emil - wacht Dorian nachts auf und Emil liegt blutüberströmt tot neben ihm, während Dorian sein Messer in der Hand hält, das blutbefleckt ist. Er wird von einem jungen Mann -Nico- aufgegabelt, der verspricht ihm zu helfen und ihn in eine Villa, die abseits der Stadt liegt, bringt.

In dieser Villa leben ausschließlich Jugendliche, die von der Straße kommen und denen ein gewisser Raoul Bornheim eine 2.Chance geben will. Sie erhalten Kost und Logis, neue Kleidung, die sich farblich voneinander unterscheidet, und verteilen im Gegenzug Flugblätter in der Stadt, die zu unterschiedlichen wohltätigen Spenden aufrufen. Bornheim - ein reicher Geschäftsmann - hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Welt moralisch zu verbessern. In der Villa lernt Dorian Stella kennen und verliebt sich in sie. Seiner Aufgabe auf der Straße kann er wenig abgewinnen und einmal wird er von einem Passanten, der ihn lange betrachtet hat, auf Emil angesprochen. Schließlich darf er einflussreichen Geschäftsleuten persönlich ein "Werbegeschenk" überreichen, die Herausforderung liegt darin, dass er an sie herankommen und es ihnen persönlich überreichen muss. Das klingt alles ziemlich dubios und auch Dorian fragt denjenigen, der ihn jeweils von der Villa in die Stadt fährt, mehrmals, was dahinter steckt - ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Dann gerät er an einen Geschäftsmann, der sich weigert, das geheimnisvolle Kästchen anzunehmen, und im Anschluss daran wird Dorian auch nicht mehr abgeholt. Da auch sein Freund Melvin spurlos verschwunden ist, glaubt Dorian, man wolle sich seiner entledigen. So beschließt er das Kästchen zu öffnen und findet darin eine Datenbrille. Setzt man sie auf, kann man auf manchen Gebäuden und bei der Betrachtung verschiedener Menschen Informationen über diese lesen - somit haben die Träger der Brille entsprechend einen Wissensvorsprung. Nachdem Dorian in einem Supermarkt mit aufgesetzter Brille liest, dass von einer bestimmten Firma das Fleisch vergiftet ist, wird ihm klar, dass Bornheim sein Ziel, die Welt moralisch zu verbessern mit allen Mitteln - auch illegalen - durchsetzen möchte. Dorian muss sich verstecken und versucht den Kampf gegen Bornheim aufzunehmen.

Bewertung
Der Roman ist ein gut gemachter Thriller, dessen fiktiver Anteil seit Google Glass nicht wirklich unrealistisch wirkt. Er hat zwar einige Längen, v.a. in der Phase, in der Dorian immer wieder den Häschern entkommen kann, wartet aber mit einer überraschenden Wende auf. Der Schluss dagegen ist - ohne hier etwas vorwegnehmen zu wollen - etwas enttäuschend, da dieser - im Gegensatz zu den Datenbrillen - unrealistisch erscheint. Eigentlich schade, denn der Roman ist bis zum letzten Kapitel durchaus mitreißend konzipiert, da man aus Dorians personaler Sicht das Geschehen durchlebt - und in der ein oder anderen Situation über seiner Naivität verzweifelt.

Insgesamt ein durchaus lesenswerter Jugendroman - wenn auch nicht überragend.


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