Samstag, 26. März 2016

Ian McEwan: Honig

ein vielschichtiger Spionageroman - mit einem unerwarteten Ende!

Buchdaten
Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 17. Dezember 2014
ISBN-10: 3257243049
ISBN-13: 978-3257243048
Originaltitel: Sweet Tooth


Inhalt
Die junge Serena, die Tochter eines Bischofs, wächst gut behütet gemeinsam mit ihrer Schwester Lucy in England auf. Sie ist eine Vielleserin und würde gerne Anglistik studieren. Statt dessen wird von ihrer Mutter überredet sich der Mathematik zu widmen, damit sie Karriere machen kann. In Camebridge - wir schreiben das Jahr 1972 - begegnet sie einem 54jährigen Dozenten für Geschichte und Literatur -Tony Cunning, der sie für den MI5 anwirbt. Nebenbei pflegt sie eine Affäre mit ihm - ganz wunderbar beschrieben, welchen Eindruck ein so "alter" Körper auf eine junge Frau macht. Für sie nicht nachvollziehbar führt er ziemlich durchsichtig selbst das Ende der Affäre herbei und "serviert" sie regelrecht ab. Erst später erfährt sie den Grund für die abrupte Trennung. Trotzdem stellt sie sich beim MI5 vor und sie realisiert, dass sie als Frau Anfang der 70er Jahre kaum echte Karrierechancen hat. Sie freundet sich mit Max an, einem ihr übergeordneten Beamten und möchte ihn verführen. Allerdings gesteht er ihr, dass er bereits einer arrangierten Verlobung verpflichtet ist.
Dann wird auch noch unter seltsamen Umständen ihre beste Freundin Shirley gefeuert, die ihr wiederum gesteht, dass sie Serena hätte beschatten sollen - der Grund dafür scheint zu sein, dass sie herausfindet, das Tony Cunning für die Russen spioniert hat - sie also getäuscht hat.
Da kommt ihr die Operation Honig gerade Recht. Der MI5 möchte vielversprechende antikommunistische Autoren unter dem Deckmantel einer Stiftung finanziell unterstützen. Sie selbst soll sich Tom Haley vornehmen und ihn dazu bringen, seine Dozententätigkeit aufzugeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können.
Serena - aus deren Ich-Perspektive der Roman augenscheinlich erzählt wird - verliebt sich in den jungen attraktiven Mann und es stellt sich mit zunehmender Intensität der Beziehung die Frage, ob sie ihm von ihrer Spionagetätigkeit erzählen wird.

Bewertung
Ich möchte hier nicht die Spannung vorwegnehmen - aber das Ende ist furios, völlig unerwartet und deckt die Vielschichtigkeit der Täuschungen auf. Nichts ist wie es scheint, selbst die Figuren erscheinen in einem neuen Licht - einfach genial.
Die eingefügten Kurzgeschichten, also Erzählungen im Roman sind ebenso wie die Sprache und die feine Beobachtungsgabe Ian McEwans faszienierend.

Ein überzeugender Roman, dessen Lektüre unbedingt lohnt!

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