Montag, 21. März 2016

Jojo Moyes: Über uns der Himmel, unter uns das Meer

Ein historischer Roman und eine schöne Liebesgeschichte.


Gesprochen von Luise Helm
Spieldauer: 13 Std. 53 Min. 
ungekürztes Hörbuch (Audible)
 
Vorne weg
Im Jahre 1946 wurden ca. 600 australische Frauen, verheiratet mit englischen Soldaten, auf einem Flugzeugträger quer über den Ozean nach England gebracht. Auch die Großmutter von Jojo Moyes selbst ist auf diesem Weg nach England gelangt und liefert mit ihrer Geschichte die Idee für diesen fiktiven Roman.

Inhaltsangabe
Der Roman startet im Jahr 2002. Jennifer ist mit ihrer Großmutter in Indien unterwegs, auf der Rückfahrt zum Flughafen entdecken sie zufällig einen Hafen, in dem alte Schiffe abgewrackt werden. Dort entdeckt Jennifers Großmutter den Flugzeugträger, der sie einst von Australien nach England gebracht hat. Diese Entdeckung ist Auslöser für die eigentliche Geschichte, in deren Mittelpunkt Frances sowie drei weitere Frauen stehen, exemplarisch für das Schicksal der ca. 600 australischen "Bräute".

Neben der Farmerstochter Margaret, der aus der guten Gesellschaft stammenden Avice und der 16jährigen, naiven Geen geht auch die Krankenschwester Frances an Bord, die ein dunkles Geheimnis umgibt und die während der Überfahrt verschlossen bleibt. Margaret, die heimlich ihr kleines Hündchen an Bord geschmuggelt hat, ist schwanger und ist als sympathische, herzliche und bodenständige Figur angelegt und wird wunderbar von Luise Helm gelesen. Avice verkörpert nahezu perfekt die arrogante junge Dame aus gutem Hause, die sich anmaßt über alle anderen zu urteilen. Natürlich wird sie über diesen Hochmut fallen - das ist nicht anders zu erwarten.
Geen muss das Schiff verlassen, da sie unerwünscht ist- an ihrem Schicksal zeigt sich, wie schnell man Opfer böser Gerüchte wird und wie die Umbarmherzigkeit einer Marineoffizierin (!) ein Leben zerstören kann. Denn das junge Mädchen ist offensichtlich von Marineoffzieren betrunken gemacht worden, um anschließend missbraucht zu werden. Es ist Frances, die sie beschützt und vehement für sie eintritt - ohne Erfolg. Sie nähert sich auf der Reise behutsam dem Marinesoldaten Henry Nicols an, dessen Frau die Scheidung möchte und der ebenfalls Gefallen an Frances findet. Eine Liebe, die unmöglich scheint, da Frances doch als Braut auf dem Schiff ist. Ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte enthüllt sich erst allmählich und ihre Vergangenheit, vor der sie bis nach England fliehen wollte, holt sie auf dem Schiff ein. Am Ende schließt sich der Kreis und die Rahmenhandlung wird wieder aufgenommen und - wie sollte es anders sein - alles ist gut.

Bewertung
Wenn man einen Roman von Jojo Moyes liest, weiß man, dass die Geschichte ein Happy End hat und die ein oder andere Wendung vorhersehbar ist. Darüber hinaus ist aber die Überfahrt der 600 australischen Frauen ein interessantes Thema und die Problematik, ein Schiff voller Frauen auf einem Flugzeugträger mit Marinesoldaten zu transportieren, wird gut erzählt. Auch die Kriegserlebnisse der Soldaten und vor allem die von Kapitän Highfield werden zumindest angedeutet und zeigen den Einfluss auf das Handeln der einzelnen Figuren. Der Roman wird aus unterschiedlichen personalen Perspektiven erzählt- wobei Frances im Mittelpunkt steht, die einzige Figur neben Nicols, die nicht überzeichnet ist.
Das Hörbuch habe ich bewusst gewählt, da die Sprecherin Luise Helm mit ihrer facettenreiche Stimme überzeugen kann. (Sie liest auch die anderen Romane von Jojo Moyes)

Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte, die in ein außergewöhnliches historisches Ereignis eingebettet ist und gute Unterhaltung bietet.

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